Disneys Feen muten natürlich immer ein wenig süßlich an in einer kunterbunten Welt, in der alles auf die Zielgruppe von Mädchen im Alter von vier bis acht Jahren zugeschnitten scheint.
Doch Regisseur Steve Loter, der sich im Animationsbereich bestens auskennt und alles um Kim Possible realisierte, verleiht dem nunmehr sechsten Streifen um Tinkerbell eine recht kurzweilige Note.
Tierfee Emily vernimmt eines Tages ein Grollen und entdeckt in einer Höhle ein monsterartiges Wesen, zu dem sie nach einer hilfsbereiten Aktion eine freundschaftliche Beziehung aufbaut. Doch die Wächterinnen in Nimmerland zetteln die Jagd auf Grummel an, da dieser der Bote der Apokalypse sein soll...
Nimmerbiest ist natürlich der Hingucker und Kern der Angelegenheit: Sieht aus wie eine Mischung aus Mops, Gürteltier und Bison und dürfte selbst den jüngeren Betrachtern kaum Angst einjagen. Als der schnaufende Geselle beginnt, Steine zu einem Turm zu stapeln, ist im Zusammenspiel mit Emily durchaus einige Situationskomik im Spiel, nur bleiben die übrigen Figuren bis auf die Anführerin der Wächterinnen reichlich profillos, selbst Tinkerbell mischt nur noch pro forma als Stichwortgeberin mit.
Die Animation ist indes mindestens zweckdienlich, auffällig gut sind einige Minenspiele gelungen und auch manche Action in Form von rasanten Flügen und schnittigen Manövern kann sich sehen lassen. Überhaupt ist die Ausstattung für eine eher kleine Disney Produktion nicht übel, selbst der Score bemüht sich einigermaßen um Abwechslung und obwohl die musikalischen Einlagen im Deutschen minimal nerven, sind sie im Original recht nett anzuhören.
Obgleich in erster Linie die Mädchenwelt mit Glitzer, Feenstaub, niedlich hüpfenden Kaninchen und männlichen Randfiguren in Form alberner Nerds bedient wird, spricht die Geschichte Herz und Verstand gleichermaßen an und wirbt vor allem für Toleranz gegenüber allem Unbekannten. Mit 76 Minuten eine ansprechend kurze Laufzeit, die trotz kleiner kitschiger Einlagen ein positives Gefühl zurücklässt.
6,5 von 10