Review

Die Zombiethematik ist schon seit Dekaden weltweit beliebt und aus dem Horrorgenre nicht mehr weg zu denken.
Auch im Indiehorror wird der nach menschenfleisch gierende Untote immer wieder gerne als Aufhänger für einen Film genutz.
So ist dem dann auch bei POPULATION ZERO, dem Regiedebüt von Michael Hehn.

Man merkt förmlich das der Debütant sich an den großen Vorbildern wie George A Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD orientiert hat, aber auch Einflüsse aus der Survival Game Horror Serie RESIDENT EVIL sind nicht von der Hand zu weisen.
Storytechnisch bietet sich bei POPULATION ZERO somit ein Hybrid, der nicht wirklich Neues bietet aber auch nicht versagt im Storytelling.
Dafür das die Location im Film zum Großteil limitiert ist und vorwiegend in dem Haus spielt funktioniert das ganze Recht gut.
Eine gewisse Spannungskurve kann etabliert und auch akzeptabel gehalten werden und die Kontinuität der Geschichte ist auch nicht wirklich verkehrt.

Doch leider gibt es dann in diesem Spielfilm Regiedebüt einige Defizite, die das Gesamtbild leider etwas schmällern.
Denn POPULATION ZERO wirkt leider oft etwas zu "geschwätzig" und durch diese Dialoglastigkeit schleicht sich zwischendurch immer mal etwas Langeweile ein.
Hier wäre es eventuell angebracht gewesen etwas mehr Action einzustreuen; von mir aus auch gerne in Form von Rückblenden, die den Ausbruch des Virus dokumentieren.

Ein anderer Kritikpunkt, der mir persönlich nicht gefiel, war der latente Anglizismus und Amerikanisierung des Films.
Sicherlich ist es nicht verkehrt oder gar schlimm sich an den amerikanischen Vorbildern zu orientieren, doch dies sollte in einem gesunden Maß geschehen.
Wenn alle Charaktere im Film amerikanisch ausgesprochene Namen tragen, der Zuschauer aber ohne Probleme ausmachen kann das der Film in Baden-Württemberg gedreht wurde, dann wirkt dies leider einfach zu aufgesetzt und unrealistisch.

Ein zusätzliches Manko waren meinem Empfinden nach auch zum Teil auch die Leistungen der Darsteller bzw. die Charakterzeichnung.
Sicherlich sollte man realisieren das man es nicht mit professionellen Darstellern zu tun hat, die eventuell auch zum ersten Mal vor der Kamera standen und bei POPULATION ZERO ihren Einstand in das Genre gaben.
Doch leider wirkten die beiden weiblichen Charaktere teilweise ein wenig Unbeholfen während die Männer etwas zuviel Pseudo Coolness an den Tag gelegt haben.
Unter Umständen kann es aber auch durchaus sein, das dies von Michael Hehn beabsichtigt war die Charaktere mit diesen klischeehaftigen Attributen zu versehen.
Doch nun genug der negativen und konstruktiven Kritik und ich werde auf die positiven Aspekte des Films eingehen.

Auf technischer Ebene kann POPULATION ZERO wirklich überzeugen und wirkt zu keiner Zeit billig.
Die Qualität des Filmmaterials kann sich sehen lassen, der Schnitt und das Timing stimmen und auch die musikalische Untermalung ist sehr gelungen.

Aufgrund der FSK 16 Freigabe für die ungeschnittene Fassung, mag sich der ein oder andere nun denken das der Film recht blutleer daher kommen wird; doch dem ist nicht wirklich so.
Es gibt schon einige Gewaltspitzen und auch blutige Einschüsse zu sehen.
Durch die Bank weg sind diese als gelungen zu bezeichnen und auch das Make-Up der Zombies ist adäquat geworden.
Lediglich das Make Up des "Schrank Zombies" wirkte ein wenig kostengünstig und sah unecht aus, aber über diesen einen Ausfall kann man drüber hinweg sehen.

Was man aber bei POPULATION ZERO nie außer Acht lassen darf, ist das es sich um ein Debütwerk handelt und in Anbetracht dessen gelungen ist.
Und das Budget des Films betrug auch grade mal ca. 5000 € und mit diesem doch geringem Betrag konnte das bestmögliche heraus geholt werden.
Und ich bin mir auch sicher, das die Defizite die hier noch auftraten bei den nächsten Produktionen ausgeglichen werden können.
Talent und Ideen sind zweifelsohne vorhanden und keiner kann den Machern vorwerfen ohne Ambitionen an das Projekt heran gegangen zu sein.

Freude von Indie Horror sollten dem Film definitiv mal eine Chance geben und sich selbst ein Bild von POPULATION ZERO machen.
Objektiv würde ich dem Film einen Punkt weniger geben, da es sich aber um ein Debüt handelt in das wohl viel Herzblut, Arbeit und Zeit investiert wurde gebe ich

6 von 10 verschollenen Spezialeinheiten

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