Review

Gesamtbesprechung

Durch diverse "Kult!"-Kommentare auf die Serie aufmerksam geworden, nahm ich die Arte-Ausstrahlung auf und kam erst jetzt dazu, die Serie einmal durchzuschauen und war enttäuscht.

Der durchaus sehenswerte Schauplatz Port Meiron und der spannende Ansatz der ersten Folgen ließ im Laufe der Serie derart stark nach, dass ich vor den letzten 4 Episoden ein paar Tage "Freigang" brauchte. Und das war auch nötig, sonst hätte ich die letzten Folgen nicht mal mehr im häufigen schnellen Vorlauf ertragen.
Nun ist es ja bei Filmen aus der Frühzeit des TV nicht unüblich, dass die Schauspieler emotional überagieren. Der aktuelle Kino- oder Fernsehkost-verwöhnte Filmfreund mag da noch großzügig drüber hinweg sehen, der 08/15-Konsument jüngeren Datums wird sich nicht selten wundern.

Als jedoch schlicht "ungenießbar" - und man möge diesen hart anmutenden Ausdruck durchaus wörtlich nehmen - muss ich leider die letzten vier Folgen der Serie bewerten.

Die Western-Episode fiel völlig aus dem regulären Plot heraus, bewegte sich handlungstechnisch auf Western-von-Gestern-Niveau und wirkte nach der Erschiessung des Helden ebenso gewaltsam in den Plot reintegriert wie Pamela Ewings unglaubliche Duschepisode.

Die direkt anschließende Agentenfolge hätte auch aus der Feder eines James-Bond-verliebten Teenagers mit Testosteronüberschuss oder aus einer Mel-Brooks-Parodie stammen können. Kaum ein krudes Klischee wurde ausgelassen, aber zu einer gelungenen Parodie mangelte es, abgesehen von der Märchenonkel-Schluss-Szene, leider am Augenzwinkern des Protagonisten, der wie immer unbeugbar und knallhart bierernst rüber zu kommen sollen schien.

Die abschließende Doppelfolge bleibt nach einem hypno-psychischen Kräftemessen zwischen Nr 6 und Nr. 2, aus der latürnich Nr 6 als "last man standing" hervorgeht in einer Schlussverhandlung / Amtseinführung / feierlichen Freisetzung mit Show- und Gesangseinlagen inmitten sämtlicher Studiorequisiten, die anderenorts bereits in der Serie auftauchten und unter m.E. nicht auszuhaltendem wirren Geschwafele dem Zuschauer letztlich jede Erklärung schuldig, als die Protagonisten nach fröhlicher Fahrt im offenen Zellentrailer schlussendlich in London wie die besten Freunde auseinandergehen.

Es wundert mich kein bisschen, dass Autor und Hauptdarsteller Patrick McGoohan nach diesem Ende ohne Abschluss von Fans der Serie derart bestalkt wurde, dass er nach Kalifornien emigrierte.

Wer die Serie also noch nicht kennt... "Ye be warned!!!"

Details
Ähnliche Filme