„Fünf kleine Pseudo-Opfer rennen durch das Gras -
und hinterher der Tütenmann und keiner weiß warum!"
Zehn Jahre ist es her, dass die coole Sau von der High School den allseits brutal gemobbten Jack Marshall im nahegelegenen Bachbett erschlagen hat. Alle haben zugeschaut und keiner eingegriffen, als der Arme im knöcheltiefen Wasser seine letzten Atemzüge gemacht hat - wahrscheinlich, weil sie sich vor Lachen nicht mehr halten konnten ob der grottenschlechten Inszenierung dieser Szene. Spätestens nach dieser Einführungssequenz wird klar, worauf ich mich bei „BAGMAN - IST JACK MARSHALL WIRKLICH TOT?" eingelassen habe.
Nichtsdestotrotz haben sich die beinharten Kritiker der sicherlich nicht leichten Herausforderung gestellt: Papiertüte über den Kopf, Bier geköpft, DVD in den Player, Licht und Hirn aus - Los geht's!
In den folgenden - glücklicherweise nur - knapp 75 Minuten werden hoffnungslos untalentierte Amateur-Darsteller nach altbekannten Slasher-Klischees und beliebtem 10-Kleine-Negerlein-Prinzip gar gnadenlos darnieder-gemetzelt. Von der Story her stand dabei offensichtlich der bekannte Teenie-Horror von „ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST!" Pate - natürlich ohne auch nur ansatzweise dessen Klasse zu erreichen. Wo kommen wir denn da hin!?
Der Streifen ist einfach nur noch filmischer Müll. Das reicht vom hippen Soundtrack aus dem C-64, über erwähnte Schauspielerleistungen bis hin zur sensationellen Beleuchtung (Nacht = Tag + Blaufilter). Über die Killer-Qualitäten kann man leider kein Urteil bilden, da die deutsche Fassung diesbezüglich gnädigerweise jugendgerecht beschnitten wurde. Selbst Kostüme (ein Hoch auf die Sack-Fratze) und Maske (der Schnauzer des Hauptdarstellers ist nur noch zum Wegbrechen!) sind so billig, dass es fast schon wieder Spaß macht, dem schwachsinnigen Treiben zuzusehen. Dieser stümperhaften Inszenierung ist es auch zu verdanken, dass die erste halbe Stunde ein echt unfreiwilliger Film-Spaß geworden ist. Einen wesentlichen Teil trägt dazu die deutsche Synchronisation bei, die meines Wissens unpassender noch nie in einem Film zu begutachten war und für einige Schenkelklopfer sorgt, wenn die Darsteller nur ihren Mund aufmachen!
Der Spaß hat jedoch ein jähes Ende, weil selbst der unfreiwillige Humor in den letzten beiden Dritteln des Films baden geht und nur noch blankes Entsetzten für derartig dilettantische Regie-Einfälle übrig bleibt. Somit bleiben auf der Haben-Seite nur drei magere Pünktchen für einen Film übrig, der ohne die deutsche Synchro sicherlich einen Ehrenplatz unter den schlechtesten Machwerken des Universums verdient hätte. Dabei geht immerhin Einer auf das Konto der semi-attraktiven Star-Aktress Stephanie Beaton für ihre Leistung in der Pimper-Szene unter der Dunstabzugshaube. Da kommen die Qualitäten der Nachwuchs(!!!)-Hoffnung vollends zur Geltung!