„Ecks vs. Sever“ verspricht der Untertitel des Films; also Antonio Banderas gegen Lucy Liu – und das in einer 70 Mio. Dollar-Produktion. Das hört sich doch viel versprechend an, sollte man meinen. Doch wenn der Regisseur mit Künstlernamen „Kaos“ heißt und selbiges zumindest im Drehbuch das Geschehen bestimmt, kann man eine vage Vorahnung davon erhalten, warum „Ballistic“ schlichter Big-Budget-Actionmüll ist.
Zur Story: Agent Ecks (Banderas) wird vom FBI reaktiviert, um den Sohn von einem gewissen Gent wieder zu finden, welcher von der Ex-Agentin Sever (Liu) entführt wurde. Tatsächlich wurde dem Jungen ein hochmoderner Mini-Killerroboter injiziert, welcher vorher gestohlen wurde. Schließlich kommt etwas heraus, was Ecks und Sever zu Verbündeten im Kampf gegen Gent macht…
Der Einstieg in den kruden und weitgehend logikfreien Film ist so zerfahren, dass man als Zuschauer Mühe hat, alles was wichtig ist mitzubekommen. Jedenfalls wird ein Junge entführt und der Herr Papa ist sauer darüber. Agent Sever soll dann lebend gefasst werden (deshalb auch die Scharfschützen - logisch!) und der Versuch ihrer Verhaftung gipfelt (da sie äußerst klug und trainiert ist) in einer einzigen großen und protzigen Orgie aus unmotivierten Explosionen und Schießereien. Auf die Idee von Betäubungspatronen – angesichts der hochmodernen und scheinbar teuren Technologie im Film – kam natürlich niemand. Zu dieser ausgedehnten Verfolgungs-Szenerie gesellen sich noch einige obligatorische und uninspirierte Zeitlupen-Effekte und ein schlecht choreografierter Kampf zwischen den beiden Kontrahenten. Trotz Hundertschaften von Polizeiaufgebot gelingt Sever natürlich unerkannt die Flucht (is klar!) – und so weiter und so fort. Das Drehbuch ist wie eben gezeigt äußerst wirr und hirnlos sowie logikfreie Zone. Das beweist auch das lächerlich-kurze Finale, welches ebenso enttäuscht wie der gesamte Rest: eine 2-minütige Klopperei und der erklärungswürdige, da unlogische Tod von Genter. Aber das scheint egal, schließlich wurde der Film ja von Kameramann Julio Macat in düster-stilisierte Bilder getaucht, die diese weitgehend langweilige Aneinanderreihung von Dummheit wohl erträglich machen und auf cool trimmen sollen. Ebenso verhält es sich mit dem Soundtrack von Don Davis („Matrix“), der den Film mit Pop und Beats versuchte aufzupeppen. Da verwundert es kaum, dass die Figuren von Antonio Banderas („Die Maske des Zorro“) und Lucy Liu („3 Engel für Charlie“) hier als vage Fixpunkte in der hirnverbrannten „Handlung“ wirken wie vom Reißbrett entworfen. Das Einzige was in diesem unfreiwillig-komischen Machwerk wirklich überzeugt, ist die Pyrotechnik.
Fazit: Unmotivierte, protzige Actionsequenzen in einem regelrecht hingerotzten Plot mit 2 farblosen Stars brechen dem Film das Genick - klarer Fall von totgestyltem Big-Budget-Trash. Regisseur „Kaos“ macht seinem Namen alle Ehre: „Ballistic“ ist wirr, unlogisch, lächerlich und schlicht dumm. Das Budget von 70 Mio. Dollar wurde so unfassbar leichtfertig verpulvert, dass man dieses Krawall-Dilemma gesehen haben muss, um es zu glauben.