Review

Wem ist mal wieder nach einem herzhaft dumpfen Baller-Kracher, der so unaufregend drehbuchfrei ist, dass man dabei nach Lust und Laune bügeln (Wäsche!) kann und nur aufblicken muß, wenn gerade mal wieder irgendwas zu Bruch geht oder explodiert?

Alle, die jetzt die Hände gehoben haben, kriegen von mir ein Kopiechen von „Ballistic: Ecks vs. Sever“, ein gähnend langweiliges Actionfilmchen rund um den Konflikt zwischen einem Ex-Geheimagenten und einer Killerin. Nur geht es in diesem Film gar nicht um diesen Konflikt, sondern es steht natürlich ein großer Böser im Hintergrund, weswegen die beiden Hauptfiguren sich natürlich irgendwann verbünden, um selbigen platt zu machen. Deswegen ist das also keine prickelnde Variante von „Face/Off“, sondern irgendwas aus dem Actionland mit weniger Handlung als eine Folge von „Charmed“!

Dieses filmische Dum-Dum-Geschoß hat arschviel Geld gekostet (so um die 70 Mio.) und kein Schwein weiß, wo die Kohle geblieben ist. Zwar wird ständig jemand im Autor verfolgt, fliegen die Kugeln, gehen die Scheiben kaputt und zwischendurch wird ein kompletter Güterbahnhof in die Luft gesprengt, aber das sieht trotzdem weder innovativ, noch erlesen oder qualitativ ansprechend aus.
Unsere Helden Antonio Banderas (als siffiger Ex-Agent, der seiner toten Frau hinterher trauert, die jedoch…hohoho…das wird nicht verraten…) und Lucy Liu (als waffenstarrende Killermaschine, die nicht einmal den Gesichtsausdruck wechseln muss) sind so überlebensgroß und unbesiegbar gezeichnet, dass Roger Cross als offensichtlicher Bösling und Ex-Sith-Lord Ray Park als Handlanger dagegen wie Barbie-Püppchen aussehen.

Drum merke auf, EX-Musikvideoshooter-Regieneuling: zu jedem McLeod braucht es einen überlebensgroßen Kurgan!
Den gibt’s hier nicht, weswegen das Finale auch irgendwie noch doofer und fader ist, als der Rest des Films. Von den gekünstelten Spardialogen dieses abgefilmten Videospiels mal ganz zu schweigen, mit denen sich kein Beteiligter einen Gefallen getan hat.
Das Brauchbarste an Technik liefert hier immer noch der Kameramann ab und Explosionsfreaks dürfen sich angesichts der Benzinkanisterverpuffung vor Freude in die Hose pullern, alle übrigen siedlern derweil (oder was immer noch so Geistloses im Spieleregal rumsteht), belegen Pizza oder kuscheln mit der Freundin, weil hier garantiert nix dabei ist, was in irgendeiner Form ablenken könnte, nicht mal Lucy Liu in Leder.

In short: 85 Minuten Dauergeballer und Gesprenge mit zwischenzeitlichen Ruhephasen praktisch unerträglicher Natur, da nur mit monotonem und unwichtigem Geschwätz gefüllt, dazu bemüht sentimental durch Zeitlupeneinsatz, aber ohne Talent, Intuition oder Raffinesse. Um beim Titel zu bleiben: eine leere Patronenhülse! (2/10)

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