Hier haben wir wieder einen jener Filme, von dem schon bevor er bei uns startet , nicht gerade viel Gutes hört.
Von Klischees, schlechten Darstellern und lahmer Action ist hier die Rede, uninspirierter Regie und nicht vorhandenem Drehbuch.
Und wieder einal ist die Wahrheit (zumindest meine) eine andere, wenn auch auch nicht eine ganz andere!
Die Story rankt sich um die beiden Agenten Ecks (Antonio Banderas) und Sever (Lucy Liu).
Beide haben ihre seelischen Narben. Und beide gehen unterschiedlich damit um. Sever entführt gleich zu Beginn den Sohn des Bösewichtes (wieso sie das tut, kann ich leider nicht erklären. die mir vorliegende Fassung hat eine miserable Tonqualität, so das manche Dialoge untergegangen sind), Ecks sitzt in einer Kneipe und säuft sich seine Hirnzellen tot. Seine Frau ist angeblich bei einem Attentat ums Leben gekommen, er ist bei der Firma daraufhin ausgestiegen.
Sein alter Boss reaktiviert ihn natürlich, um den kleinen Buben wieder zu befreien.
Nach einigen Scharmützeln und Wendungen (die man leider so ziemlich alle nach wenigen Minuten vorhersagen kann) haben die beiden dann doch den selben Gegner.
Auf einem alten Güterbahnhof kommt es zum Showdown...
Und dieser ist wie die restliche Action durchaus ansehnlich. Ständig fliegt etwas in die Luft, und das so oft in Zeitlupe, das man sich fragt, wie man trotz allem nur auf knappe 90 Minuten Laufzeit kommt.
Geschossen wird aus allen Rohren, Fußsoldaten fallen reihenweise, der Bodycount erreicht schwindelerregende Höhen.
Auch die mittlerweile obligatorischen Kampfsporteinlagen dürfen nicht fehlen. Auch hier überzeugt der Film, besonders im Finale, als sich Lucy Liu und "Darth Maul" Ray Park gegenüberstehen, der hier endlich mal auch zeigen darf, das er durchaus ein wenig Schauspieltalent besitzt. Es wird Zeit das er mal eine Heldenrolle spiele darf.
Für Action ist also gesorgt, doch dann gibt es ja den Rest:
Das Styling des Film (sehr viele Grau- und Silbertöne, edle Anzüge, technische Spielereien), machen den Film optisch sehr ansprechend, doch ist die Handlung so alt, das man schon sehr viele Innovationen benötigt um den Streifen interessant zu halten. Leider werden keine geboten. Die Story plätschert nur vor sich hin, und alles hat man schon mal irgendwo gesehen, und auch die Charaktere sind Klischees.
Warum werden die Guten nach Schicksalschlägen immer zu Säufern, kommen aber wieder so schnell davon los, wenn sie gebraucht werden usw um mal eines zu nennen.
Dementsprechend die Darsteller. Antonio Banderas ist für solch eine Rolle nicht gut genug, besonders wenn er vom Drehbuch im Stich gelassen wurde. Er wirkt eher wie ein alter Hund, nicht wie ein hungriger Wolf. Wo ist das Feuer aus "Deperado " oder "Zorro".
Lucy Liu hat es noch schwerer. Ihre Rolle wurde angeblich für einen Mann geschrieben, dann wurde sie engagiert, das Drehbuch aber nicht geändert. Das scheint sie zu frustrieren, denn im kompletten Film ist keine einzige menschliche Emotion zu erkennen. Und das bei jemandem der sich rächen will. Hmmmm....
Gregg Henry (schon in "Payback" neben Lucy Liu) als Unsympath ist Standard, Ray Park seine "Rechte Hand", und daher nicht ganz so oft dabei. Aber wenn, dann beweist er, wie schon erwähnt, durchaus Präsenz.
Fazit: Da es sich um ein Regiedebut des Ex-Werbeclippers Kaos (den vollständigen Namen kann ich mir bei bestem Willen nicht merken) handelt, kann man über manches hinwegsehen.
Die Action ist gut, die Story lau, das ist in manchen Momenten genau die richtige Mischung (zumindest auf Video oder DVD). Nur macht das keinen wirklich guten Film, lediglich unterhaltsame.
Schlucken wir die Kröten und ziehen wir uns einen sinnlosen Mainstream-Popcorn-Actioner rein.