Hier ist es wieder, das äußerst zwiespältige Matrix Reloaded-Phänomen: Dumpfbackenaction bis zum Abwinken, die auf keinen Fall durch eine anspruchsvolle Story oder gar so etwas wie Charaktertiefe dem mehrheitlich jugendlichen Kinopublikum Denkanstrengungen abverlangen darf. Reloaded besaß immerhin noch den Innovationsbonus des ersten Teils und konnte sich somit mühevoll auf eine durchschnittliche Wertung retten - bei Ballistic gibt’s keinen derartigen Bonus: Dieser Film ist einfach nur schlecht, da hilft auch noch so viel aufgesetzte und unrealistische Action nichts (geboten wird das ganze Spektrum von wilden Schiesserreien, Martial Arts und spektakulären Explosionen und Verfolgungen). Die nur schemenhaft vorhandene Story ist alles andere als neu, bietet keinerlei Spannung und auch die durchaus namhaften Darsteller können nicht wirklich überzeugen bzw. den Film merklich anheben. Besonders Banderas ist meiner Meinung nach klar fehlbesetzt in der Rolle des runtergekommenen, seelisch angeschlagenen Cops.
Ich habe lange überlegt ob ich dem Film 3 oder 4 Punkte geben soll. Ich entscheide mich noch mal wohlwollend für 4, aufgrund der Daueraction, die wenigstens etwas unterhält, sofern man das Hirn ausschaltet. Auch der recht gelungene Soundtrack geht als positiver Aspekt in die Wertung ein.
Anders als in anderen Reviews bemängle ich die Regieleistung nicht wirklich. Sicher nichts weltbewegendes aber dennoch sehr solide für einen Popkorn-Actionfilm mit Videoästhetik.
Dass der Film keine Kinoauswertung erfährt, ist gerechtfertigt. Überflüssig wie ein Kropf angesichts vermeintlicher Granaten wie Matrix Reloaded...