Inspiriert von Klassikern wie „The Thing“, „Alien“ und „Shining“, verkörpert das Regiedebüt von Nick Szostakiwskyj den Inbegriff von Isolation und Monotonie. Die größte Stärke des Streifens und somit zugleich seine deutlichste Schwäche.
Ein Team von Archäologen stellt in den verschneiten Bergen Nordkanadas Untersuchungen an und stößt bei Ausgrabungen auf ein Relikt, welches die Fachleute auf einige Zeit vor Christi schätzen. Mit dem Fund steigt jedoch auch Panik auf, denn Kameraden verändern sich und leiden unter Schlaflosigkeit, zudem scheint ein mysteriöses Bakterium um sich zu greifen…
Zweifelsohne ist der Schauplatz der völlig isoliert gelegenen Waldhütte gut gewählt, die angesprochenen Temperaturen von rund 45 Grad Minus übertragen sich phasenweise auf den Betrachter und das komplette Ausbleiben einer musikalischen Untermalung macht sich zunächst positiv bemerkbar.
Doch mit Fortlauf des einseitigen Treibens offenbaren sich eklatante Schwächen, da sich keine Figur als Sympathieträger eignet, die meisten Mimen recht ausdruckslos performen und viele Dialoge, von denen es verdammt viele gibt, reichlich hölzern anmuten.
Und es dauert wahrlich lange, bis sich überhaupt mal etwas ereignet, womit noch nicht einmal die Ermordung einer Katze gemeint ist.
Immerhin können sich die drei, vier per Handarbeit entstandenen Gewalteinlagen sehen lassen und die Kamera fängt einige auffallend statische, jedoch gekonnt positionierte Szenen ein, die stark an Kubrick erinnern und die vorherrschende Isolation und die daraus resultierenden Gemütszustände adäquat untermauern.
Doch was ist letztlich der Grund, warum einige durchdrehen und andere Stimmen zu hören scheinen? Am Ende bleiben drei bis vier Interpretationsmöglichkeiten offen, zwischen Lagerkoller, tiefgefrorenen Bakterien bis zum omnipotenten Rentier-Gott scheint hier alles möglich, auch wenn einige Aspekte auf eine vergleichsweise bodenständige Grundlage hinweisen.
Wer Carpenters eisigen Klassiker und ähnlich gelagerte Szenarien zu schätzen weiß, könnte sich hier in Ansätzen heimisch fühlen. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass weder Wert auf Spannung oder gar Action gelegt wird, auf weibliche Beteiligung im Übrigen auch nicht. Zum Frösteln ja, zum Mitfiebern zu keiner Zeit.
Knapp
4 von 10