Der Teddybär Ted will schon kurz nach seiner Hochzeit ein Kind adoptieren, um seine frische Ehe zu retten. Mit dem Antrag gerät er jedoch ins Visier der Justiz, die bisher noch nicht geklärt hat, ob Bürger- und Menschenrechte für ihn gelten oder ob er nur eine Sache, ein Spielzeug ist. Gemeinsam mit seinem besten Freund, gespielt von Mark Wahlberg, und einer jungen, engagierten Anwältin, gespielt von Amanda Seyfried, zieht Ted vor Gericht, um seine Rechte einzuklagen. Er ahnt nicht, dass für ihn viel mehr als diese auf dem Spiel steht.
Gerade Komödien leben von innovativen Grundideen und neuen Konzepten, die einen interessanten Rahmen für witzige Gags und abstruse Wendungen bieten. Dann ist, wie zuletzt etwa bei „Hangover“, schnell ein Überraschungshit möglich. Solche ziehen dann aus finanziellen Gründen aber in aller Regel Sequels nach sich, für die dann nicht unbedingt neue Ideen gefunden werden. Daran scheiterte zuletzt Todd Phillips bei seinen Sequels eben zu „Hangover“. Und auch dem Sequel zu „Ted“ konnte man zunächst durchaus skeptisch gegenüberstehen, zumal der Vorgänger im Grunde einzig und allein vom ordinären Teddy lebte, den „Family Guy“-Schöpfer Seth MacFarlane kreiert hatte. Doch MacFarlane ist es mit „Ted 2“ tatsächlich gelungen, die Verschleißerscheinungen seiner Schöpfung in Grenzen zu halten und den Vorgängerfilm mit einem mindestens ebenbürtigen Nachfolger fortzusetzen.
Dennoch ist im Vergleich zum Vorgänger vieles gleich geblieben. Auch „Ted 2“ ist in erster Linie eines: Brachial. Es ist, wie zu erwarten war, nicht gerade Humor der erlesensten Sorte, mit dem MacFarlane sein Publikum zu belustigen versucht, aber anders als bei „A Million Ways to Die in the West“ stößt das letztendlich nicht allzu sauer auf. Der anarchische Fäkalhumor, der erneut im krassen Gegensatz zum knuddligen Äußeren des Teddybären steht, ist meist witzig, was vor allem auch dem Einfallsreichtum der Macher geschuldet ist. MacFarlane baut darüber hinaus viele mehr oder minder clevere Anspielungen auf Songs, Filme und die gegenwärtige Popkultur ein, die sich auch an ein etwas älteres Publikum als das aktuell pubertierende richten. Das findet seinen Höhepunkt im Finale auf der Comic Con, bei dem MacFarlane viele Referenzen an den aktuellen Comic-Hype in seinen Film integriert, die durchaus den Witz der „Big Bang Theory“ erreichen. Dabei kann MacFarlane auch auf zahlreiche sehenswerte und amüsante Gastauftritte zurückgreifen, so lassen sich hier etwa Tom Brady, Sam Jay Jones, Liam Neeson oder Jay Leno bereitwillig durch den Dreck ziehen. Außerdem zieht er einige Running Gags auf, auf die er im Laufe des Films immer mal wieder zurückgreifen kann. Aufgrund der sehr heiteren Grundstimmung lässt sich auch der eine oder andere missglückte Gag verschmerzen und auch einige Anspielungen, die man bei einem anderen Film vielleicht als boshaft oder unpassend empfunden hätte. So gehört etwa die Sequenz, in der Ted und sein Freund Anspielungen auf den 11. September oder den Germanwings-Absturz in einer Comedy-Show einwerfen zu den bösesten, aber auch witzigsten des Films.
Sicherlich gibt es vieles zu bemängeln, einige Gags die nicht sitzen und andere, die vielleicht nicht ganz passend getimt sind, einige Szenen die deplatziert wirken und weitere, die den Film ausbremsen. Aber bei dem Tempo, das MacFarlane vorlegt und dem Ideenreichtum, der „Ted 2“ zu Grunde liegt, muss vieles davon nicht allzu eng gesehen werden. Wirklich nervig ist allenfalls, dass MacFarlane seine Gags mitunter selbst erklärt, etwa bei der „Jurassic Park“-Anspielung, womit er diese des Witzes beraubt und sein Publikum indirekt beleidigt. Der Plot erfüllt derweil seine Funktion als Brücke durch den Film, mehr aber natürlich nicht. Vor allem das aufgesetzte Happy End, das für einen solchen Film viel zu konventionell geworden ist, stellt ein größeres Ärgernis dar. Außerdem hätte man sich den Subplot um den von Giovanni Ribisi verkörperten Hausmeister schenken können, der erneut versucht, Ted zu entführen, wenngleich Ribisi seinem Regisseur den erneuten Einsatz mit einer sehr witzigen und sehr schrägen Vorstellung dankt. Überhaupt liegt im Cast ein weiteres Plus des Films, so gibt es erneut einen spielfreudigen Mark Wahlberg zu sehen, der in seiner Loser-Rolle aufgeht und ein sehr ungewöhnliches, dafür aber auch sehr lustiges Bild abgibt. Auch Amanda Seyfried, die diesmal eine tragende Rolle spielt, ist sich für nichts zu schade. Die Animation des Teddys ist erneut gut, die audiovisuelle Umsetzung solides Handwerk, so ist „Ted 2“ letztendlich weiß Gott kein perfekter Film, aber ein unterhaltsamer.
Fazit:
Wie schon beim Vorgänger sitzt bei „Ted 2“ nicht jeder Gag, so unterlaufen MacFarlane durchaus einige Fehler im Timing und manche deplatziert wirkende Szenen. Dennoch ist „Ted 2“ nicht schlechter als sein Vorgänger, durchweg witzig und unterhaltsam. Der brachiale, anarchische Humor, die zahllosen Gastauftritte, die mitunter sehr einfallsreichen Referenzen an die aktuelle Polkultur, all das macht „Ted 2“ zu einer insgesamt gelungenen Komödie, die trotz aller Fehler den Kinobesuch wert ist.
70 %