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Ein Luxusliner wird eines Nachts von einem unheimlichen Frachter gerammt, nur eine Hand voll Passagiere und Besatzungsmitglieder können sich auf den rostigen Kahn retten, der zwar menschenleer, doch nicht ohne Eigenleben scheint… Quasi als Vorgänger von „Gost Ship“ oder „Lost Voyage“ haben es einige Schiffbrüchige mit einem Geisterschiff zu tun, dass es auf ihr Leben abgesehen hat. Als Hintergrund fungieren gar schreckliche Dinge, die sich auf dem Nazischiff abgespielt haben sollen, wie auch immer. Bereits die eingehende Havarie ist sichtlich kein „Untergang Der Poseidon“ oder der „Titanic“, statt dessen wird schnell ein Wassereinbruch simuliert und im nächsten Moment paddeln die wenigen Überlebenden auf ihrem Floß im weiten Meer. Die billige Inszenierung mit ihren zahlreichen Logiklücken beschränkt sich zum Großteil auf den rotten Stahlkoloss, der vermutlich vor irgendeinem Hafen vor sich her dümpelt und als kostengünstige Kulisse ausgemacht wurde. Mit vielen düsteren Aufnahmen der Innereien aus Metall, dunklen Gängen unter Deck und immer wieder dem Diesel, der wie von Geisterhand den Frachter antreibt, schafft es Alvin Rakoff ("City Inferno - Menschliche Fackeln") dennoch, eine funktionierende Gruselatmosphäre zu schaffen. Das Schiff erscheint übermächtig und die Figuren verloren, besonderer Clou ist der besessene Kapitän Ashland (George Kennedy), eben noch verbittert auf seiner letzten Amtsreise und nun der Meinung, neuer Befehlshaber zu sein, passend zu seiner misanthropen Haltung vom Nazigeist umnachtet. Daneben spielt Nick Mancuso den smarten Schiffsstewart Nick und Richard Crenna den Nachfolger Ashlands, Trevor Marshall, der mit seiner Familie einen denkbar schlechten Einstand als Kapitän verpasst bekommt. Seine unheimlichen Momente entfaltet „Death Ship“ gerade in der zweiten Hälfte durchaus, seine kleinen Längen zunächst allerdings auch, denn in volle Fahrt gerät das Geisterschiff erst im letzten, spannenden Drittel. Wirklich zu sehen ist bis dahin eigentlich nichts, bis auf Armaturen und Aufbauten, die sich selbständig machen, eine lebende Maschine wie in „The Mangler“ mit einer Farbgebung wie „Duell“, der Blutgehalt hält sich genrespezifisch in engen Grenzen. Über die gesamte Laufzeit betrachtet jedenfalls ist dieses B-Movie weit davon entfernt, „voll mit Leichen, Nazi-Symbolen und Relikten schrecklicher Taten“ zu sein, wie das Cover vollmundig verspricht. Eigentlich verbrät dieser Streifen lediglich den klassischen Stoff des Fliegenden Holländers als modernes, anspruchsloses Gruselmärchen, wer nicht mehr erwartet, kann durchaus einen Blick riskieren.

Fazit: Atmosphärisch netter, stellenweise total unsinniger Gruselschiff-Horror, wer es spektakulärer mag, sollte beim neueren „Ghost Ship“ bleiben. 5/10 Punkten

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