Kleine Perle des etwas trashigen Horrorfilms, dieses Mal auf hoher See, und unterm Strich sehr viel besser als lahme A-Ware wie „Das Geisterschloss“.
Dabei fängt das Ganze recht unspannend an: Ein Kreuzfahrtschiff kreuzt über den Ozean mit einer großen Menge an Klischeefiguren an Bord. Darunter sind unter anderem der verbitterte Kapitän kurz vorm Abdanken, sein junger und freundlicher Nachfolger samt Familie und das verliebte Paar. Immerhin sind die Rollen mit halbwegs bekannten Gesichtern besetzt und die Einführung dauert nur kurz.
Denn kurz darauf schippert ein deutsches Schiff älteren Baujahrs in den Nobelkahn herein (sehr kostengünstig gemacht, denn man sieht den Crash nie wirklich), woraufhin sich alle etwas näher vorgestellten Figuren in ein Rettungsboot quetschen. Vom Rest der Besatzung wird nicht mehr berichtet, aber an sich ist deren Schicksal auch unwichtig für die Story. Nebenbei passt diese Reduzierung aufs Wesentliche und den schnellen, etwas billigen Grusel zu dem B-Charme von „Deathship“
Plötzlich taucht besagtes Schiff aus dem Crash auf und man beschließt an Bord zu gehen, was mit geringem Kollateralschaden in Form eines Nebendarstellers dann auch klappt. Seltsamerweise ist niemand an Bord des Kahns, der sich als altes Folterschiff der Nazis herausstellt und wie von Geisterhand über die Meere schippert. Der Fluchtweg ist auch schnell verbaut und es beginnen die üblichen unerklärlichen Vorgänge...
Seien wir mal ehrlich: Die Story von „Deathship“ gewinnt keine Blumentöpfe, bietet aber immerhin Stoff für einen soliden und recht kurzen Hochseehorror. Denn die Handlung wird recht schnell auf den Geisterkahn verlegt und die Spannungskurve behält ein recht solides Niveau, was an den nett platzierten Schockmomenten und spannenden „Wann erwischt es ihn/sie?“-Szenen liegt. Zwar sieht man nicht viel Neues, aber für einen gruseligen Fernsehabend reicht es immerhin aus.
Sehr gut gefallen hat mir als Fan von Hochseehorror der Schauplatz des Schiffes, da dieser recht konsequent genutzt wird. So spielen auch viele Szenen an Deck und an schiffstypischen Plätzen; im Gegensatz zu anderen Werken, wo man immer wieder die gleichen Gänge sieht und der Schauplatz austauschbar ist. Gorehounds sollten nicht viel erwarten, denn Gewalt wird in „Deathship“ eher klein geschrieben und sowohl 18er Freigabe als auch Indizierung sind nur noch mit dem hohen Alter des Films zu begründen. Aber auch ohne Gemetzel verfehlen die Sterbeszenen ihre Wirkung nicht, auch wenn sie teilweise übertrieben surreal sind.
Für einen Film der B-Klasse sind die Schauspieler eigentlich ganz annehmbar und halbwegs prominent. Neben George Kennedy und Richard Crenna ist auch Nick Mancuso in ganz jungen Jahren zu bewundern. Insgesamt sind die Darstellerleistungen als solide zu bezeichnen, auch wenn die Darsteller alle weitaus bessere Leistungen in anderen Werken erbracht haben.
Unterhaltsamer B-Gruseler mit nicht ganz ausgereifter Story und schmalem Budget, aber guten Schocks und ordentlicher Atmosphäre. Für Fans des Hochseehorrors auf jeden Fall einen Blick wert.