Death Ship (1980) von Alvin Rakoff
Von der Westernfront kurzzeitig beurlaubt, gönne ich mir gerade eine herrliche Seereise auf einem Luxusliner.
...An Bord dieses Traumschiffes fehlt es an nichts - edle Speisen, auserlesene Getränke und dazu passende Musik. Ideale Stimmung um auch eine reizende Bekanntschaft zu machen. Aber bitte nicht mit diesem schlechtgelaunten Kapitän (George Kennedy), der ebenfalls auf der netten Bordfeier zu sehen ist. Angeblich seine letzte Schiffsreise und wie man ihm deutlich ansieht, kann er sich damit nur schwer abfinden. Aber noch etwas anderes stört diesen vergnüglichen Abend - ein unbekanntes Objekt auf dem Radar nähert sich immer mehr! Was die Crew und die Passagiere jedoch nicht ahnen können - es ist ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg - ein Frachter der Deutschen Kriegsmarine! Er fährt volle Kraft voraus und befindet sich auf Kollisionskurs...
Ach, das tat gut - "Death Ship" kenne ich noch aus Mitte der 1980er Jahren, als man ihn zusammen mit anderen Grusel- und Horrorspezialitäten in der Videothek ausleihen konnte. Er war wohl nie ein echtes Highlight, hat aber bestimmt seine treue Fangemeinde. Als ich heute die "Ungeschnittene Fassung" von VZ für 5 Euronen in einem süddeutschen Drogeriemarkt stehen sah, wurden die guten Erinnerungen an alte Tage wach und so zögerte ich nicht lange mit dem Kauf. Aber wie würde ich ihn wohl heute noch empfinden? Genügt er meinen Ansprüchen?
"Death Ship" gehört zu jenen Horrorfilmen, die in erster Linie auf schaurige Atmosphäre setzen. Aktivitäten durch Untote wie etwa bei "Nebel des Grauens" gibt es hier nicht - alleine von dem alten Kahn geht jede Aktivität und somit Gefahr aus. Und auch das ist das besonders Schöne hierbei. Es macht schon einen Unterschied, ob man einen alten, stählernen Giganten langsam und majestätisch auf den Wellen reiten sieht, oder etwa ein verrostetes Auto auf einer Landstraße. Krafststrotzend verrichten die Maschinen ihren Dienst, während der Zahn der Zeit deutliche Spuren am Rumpf des Schiffes hinterlassen hat. Außerdem ist der alte Pott auch für so manche düstere Überraschung gut! Also die schaurige Atmosphäre, verbunden mit der Maschinenaction des stählernen Riesen und einige böse Überraschungen verleihen diesem Streifen immer noch seinen besonderen Charme und Reiz - und das volle 87 Minuten lang! Ein liebenswerter Horrorfilm, den ich schon lange ins Herz geschlossen habe und der völlig ohne sprechende Monster, kitschige Gummimasken und Ausweiden von menschlichen Körpern auskommt. Er macht das auf seine eigene Weise - klassisch-schaurig!
Gerne würde ich ihm mehr als 7 Punkte geben, aber dazu hätten manche Handlungsabschnitte noch unheimlicher in Szene gesetzt werden müssen. Sowie mehr Nachtaufnahmen, wo man Vieles nur schemenhaft erkennen kann und wo auch das Schiff eher als Silhouette rüberkommt - irgendwie alles noch etwas unheimlicher. Die Musik, die teils wirklich sehr gelungen und leicht gruselig ist, hätte noch mehr Szenen stimmungsvoll dominieren müssen. Und vielleicht ist auch die Kulisse an Bord, bzw. auf Deck etwas zu aufgeräumt? Naja, aber trotz allem immer wieder schön anzuschauen, neben "Ghost Ship" oder "Nebel des Grauens" und dessen Remake!
Seid gegruselt!