In den Fünfzigern waren billig produzierte Monsterfilme zwar recht beliebt, doch selten hat es eine Nummer zu einer Fortsetzung gebracht. Da bringt ausgerechnet Billigfilmer Bert Gordon mit „Gigant des Grauens“ eine Weiterführung seines Streifens „Der Koloss“, welcher genauso schwache Effekte bietet wie sein Vorgänger.
Col. Glenn Manning hat den Sturz vom Staudamm überlebt und sich in die Berge Mexikos zurückgezogen. Dem Militär gelingt es, den Riesen zu betäuben und ihn in einem Hangar auf eine Pritsche zu schnallen, doch der psychisch schwer angeschlagene Koloss rebelliert mit aller Macht…
Nach knapp zwanzig Minuten taucht der haushohe Mann mit mittlerweile entstelltem Gesicht erstmals auf und schon ist erkennbar, dass sich die Tricktechnik immer noch auf dem unterirdischen Niveau wie beim Vorgänger befindet. Beim Bluescreen sind meistens schwarze Ränder erkennbar, die billige Latexmaske (ein Auge fehlt, der Kiefer ist entstellt) ist deutlich als solche erkennbar, lediglich als er auf einer Bahre liegt und von einigen Personen des Militärs, sowie von Fachärzten und seiner besorgten Schwester umgeben ist, schaut die Szenerie passabel aus.
Die Figurenzeichnungen sind indes vage, die meisten erfüllen damalige Klischees und auch darstellerisch befinden sich die meisten Mimen gerade mal auf TV-Niveau.
Allerdings bringen einige Dialoge (un)freiwillige Komik ins Spiel, etwa, als der Bürgermeister zynisch wird „Wir haben nicht die Absicht, ihn zum Ehrenbürger zu ernennen!“.
Ab und an kommt zwar ein wenig Action ins Spiel, doch über weite Teile mangelt es an Bewegung, an Suspense ohnehin, zumal gar einige Flashbacks benötigt werden, um etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen.
So hebt der zwanzig Meter hohe Kerl einen LKW hoch, zum Ende hin auch den auf dem Cover zu sehenden Bus, sein Gesicht erscheint am Fenster eines Towers, während ein Psychotest Klarheit über den weiteren Verbleib des Mutierten liefern soll.
Der Showdown gerät fast schon spannend, als es um das Leben einer Schulklasse geht und das Militär bereit steht, ihm den letzten Gnadenstoß zu verpassen. Zumindest offenbart der einstige Soldat noch so etwas wie eine emotionale Restregng, als er mit einer Geste auf das Erscheinen seiner Schwester reagiert.
Dennoch bildet diese Fortsetzung Science-Fiction Trash wie sein Vorgänger, mit schlechten Effekten, zu wenig Action und einem Minimum an Spannung. Der Endspurt holt zwar noch ein wenig heraus, doch trotz der überschaubaren Laufzeit von rund 65 Minuten ist insgesamt zuviel Leerlauf im Spiel.
Denn soviel titelgebendes Grauen verursacht der Gigant letztlich doch nicht, um Freunden angestaubter Monsterfilmchen empfohlen zu werden.
4,5 von 10