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Hier geht es vordergründig um jemanden, der endlich höher hinaus will. Und das so konkret wie bildhaftig. Da packt also den großartigen und zurecht Oscar-Prämierten Schauspieler Denzel Washington (phänomenal u.a. in Malcolm X., Hurricane oder Training Day) der Ehrgeiz: er will nimmer mehr nur vor, sondern auch hinter der Kamera das Sagen haben und deshalb Regie führen; zur eigenen Sicherheit übernimmt er als Co-Producer auch Verantwortung fürs Budget. Was bei diesem Experiment - wir wandeln auf den Spuren von Clint Eastwood - herausgekommen ist, läßt sich am Endprodukt "Antwone Fisher" besichtigen.

Dieser Film drängt partout ins Fach "Psycho-Drama" und bedarf deshalb einer massiv konflikt-behafteten Ausgangskonstellation mit 1. einem devianten Klienten, der eine arg schwierige Kindheit auf dem Buckel trägt, und 2. einen bärbeißigen Psychiater mit goldenem Herzen zum Kontrahenten erhält. Ein solches auf Tränendrüsen abzielendes Psycho-Duell ist spätestens mit dem maßlos überschätzten "Good Will Hunting" abgefrühstückt. Wobei hier mit "Antwone Fisher" die schwarze bzw. ärmere Variante ihre überflüssige Auferstehung zelebriert.

Trotz verhaltenem Schaupieles der meisten Akteure und punktuell gelungener dramatischer Zuspitzung (Antwone trifft seine nie gekannte leibliche Mutter) gerät die Handlung fast unweigerlich ins hollywoodeske Pathos, unterstützt noch von der insgesamt militaristischen Aussage, wonach ausgerechnet die US-Navy einer an sozialen Bedingungen zerbrochenen Persönlichkeit moralische Stütze, Trost und Wärme zu bieten vermag.

Unabhängig von jeglicher Ähnlichkeit mit tatsächlichen Biographien: ein elender Schmachtfetzen, der höchstens 3/10 verdient.

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