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Unter der Regie von Stanley Tong, der 1996 auch den vierten Teil der erfolgreichen "Police Story"-Reihe inszenieren sollte, ist Inspektor Chan (Jackie Chan) einmal mehr als schlagfertiger wie furchtloser Supercop auf gefährlicher Undercovermission. Diesmal gilt es, die Organisation eines mächtigen Drogenbarons zu infiltrieren und diese mit tatkräftiger Unterstützung der hübschen Interpolagentin Jessica Young (Michelle Yeoh) zu Fall zu bringen. Wie es der Zufall so will, gerät natürlich auch Chans Frau May (Maggie Cheung) - impulsiv wie immer - einmal mehr ungewollt in die Schusslinie...

"Police Story 3" hebt sich von Beginn an von den zwei vorrangegangenen Teilen der 1985 gestarteten Erfolgsreihe ab. An die Stelle der bisher recht dominanten Slapstickelemente tritt nun eine merklich rüdere Gangart, in deren Folge auch die akrobatisch-heiteren, ausufernden Martial Arts-Einlagen vergangener Tage zugunsten wenig zimperlicher Shoot-Outs und knackiger Explosionen zurücktreten. Selbstverständlich finden sich aber auch in "Supercop" noch zahlreiche spektakuläre Kampf- und Stuntszenen, vor allem konzentriert in den letzten 20 Minuten. Nicht zuletzt die traditiontionell im Abspann gezeigten B-Roll-Aufnahmen der waghalsigen Stunts lassen auch bei der dritten "Police Story" mitunter schlicht den Atmen stocken. In Hollywood wäre ein solch verletzungsreicher Dreh, bei welchem Regisseur Tong sogar selbst als Stuntdouble für Bösewicht Kenneth Tsang fungierte, wohl kaum realisierbar gewesen!

Die neue härtere Gangart des Streifens dürfte Actionfreaks sicherlich entzücken und für prächtig unterhaltsame 90 Filmminuten sorgen. Nichtsdestotrotz geht durch die neue Aktzentsetzung aber auch eine gute Portion des ursprünglichen Charmes der "Police Story"-Filme verloren. Erst das ausladende Finale lässt wirklich, wenn auch recht humorlos, das alte Feeling aufleben - während die übrigen Actionszenen wie das brachiale Plätten des dschungelumgebenen Drogenlagers eher an US-Produktionen wie "Predator" erinnert. Freilich kann hier auch ein Stück weit Entwarnung gegeben werden: So bierernst und brutal wie besagter Schwarzenegger-Streifen ist "Supercop" natürlich beileibe nicht.

Zum Abschluss noch einmal kurz zurück zur illustren Besetzung: Jackie Chan ist und bleibt natürlich eine Institution und stellt ohne Frage den zentralen Bezugspunkt auch des dritten "Police Story"-Teils dar. Dennoch scheint er selbst und seine Rolle reifer geworden zu sein (die Vollendung dieser Entwicklung erfolgte dann quasi mit "New Police Story" anno 2004). Auch der recht dominante Part von Michelle Yeoh kratzt ein wenig an Chans früherer Omnipräsenz.
Absolut überzeugend schließlich die Leistungen von Kenneth Tsang als Drogenboss und der eher in einer Nebenrolle agierenden Maggie Cheung. Stark auch Wah Yuen als "Panther".

Fazit: Was bleibt ist ein weiterer toller Chan-Actionkracher, der ein sensationelles Actionprgramm abspuhlt und darüberhinaus sehr routiniert inszeniert wie gespielt daherkommt. Wie Hongkong selbst damals einer Zeitenwende entgegen ging, so gilt dies auch für die "Police Story"-Reihe mit ihrer neuen, rabiateren Gangart.

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