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„Interceptor“ entpuppt sich als leicht kurios zusammengestoppelter 80er Jahre Trash mit einem jungen Charlie Sheen in der Hauptrolle.
Handlungsort ist wie so häufig ein kleines Kaff im Nirgendwo, dessen Dorfjugend es mit den Rowdys von Packard Walsh (Nick Cassavetes) zu tun bekommt. Der zwingt die Jugendlichen zu Rennen und kassiert bei Sieg deren Wagen – stets gewinnt er dank unfairer Fahrweise. Auch sonst wird noch rumgepöbelt und gepoltert, Sheriff Loomis (Randy Quaid) ist natürlich machtlos, aber das kennt man schon aus zig anderen Filmen.
Auf seinem Motorrad kommt der junge Jake (Charlie Sheen) in eben jenes Kaff gefahren und wird von den Rowdys kritisch beäugt als er sich an Packards Freundin ranmacht. Die bekommen jedoch noch andere Sorgen als ein geheimnisvolles Auto sie bei ihren Rennen dezimiert…

„Interceptor“ ist ein reichlich trashiges Kind der 80er, dessen Story nicht gerade zum Mitdenken animiert. Blitze von übernatürlicher oder außerirdischer Herkunft zucken durch die Wüste, Jake erinnert alle an einen von den Rowdys ermordeten Jugendlichen und parallel taucht der geheimnisvolle Rächer auf – you get the message? Was der Zuschauer sich schon nach 10 Minuten zusammenreimt, präsentiert „Interceptor“ als einzige Wendung, der Rest besteht aus lahmen Teeniegeplänkel und den ewig gleichen Rennszenen, in denen die Gang nach und nach zu Hackfleisch verarbeitet wird. Sonderlich spannend ist das nicht, vorhersehbar hoch drei hingegen schon, aber immerhin gibt es reichlich Action.
Die Rennen laufen immer gleich ab: Das geheimnisvolle Fahrzeug schlägt den Rowdy, provoziert einen Crash, bei dem beide Autos explodieren, und setzt sich danach wieder zusammen. Warum das Rennen vorher sein muss, versteht keiner, woher die übernatürliche Kraft kommt, wird auch nie so recht erklärt. Dafür wird hier oft der Bleifuß eingesetzt, die Verfolgungsjagden machen optisch durchaus was her und auch die Explosionen bieten Schauwerte.

Neben den Actionszenen kann „Interceptor“ noch mit einem stimmigen Sound punkten, denn hier rockt Einiges von Rang und Namen: Im Hintergrund tönen unter anderem Billy Idol, Ozzy Osbourne und Motley Crue, was dieses B-Movie zumindest akustisch aufpoliert. Optisch ist hingegen nicht soviel los: Eine biedere Inszenierung, die wenig einfallsreich daherkommt. Immerhin sehen die paar Spezialeffekte halbwegs ordentlich aus, wenn man auf Budget und Alter des Films blickt.
Wirklich Oscarreifes hat Charlie Sheen ja selten abgeliefert, aber hier ist er reichlich unterfordert: Den 08/15-Fremden spielt er recht austauschbar und kann keine Akzente setzen. Randy Quaid und Sherilyn Fenn sind mittelmäßig, während sich Fiesling Nick Cassavetes so was von einen zurechtchargiert, dass es nicht mehr feierlich ist.

Dank zahlreicher, wenn auch ewig gleicher Actionszenen und eines stimmigen Soundtracks ist bei „Interceptor“ nicht alles verloren. Angesichts der unspannenden Story, der mäßigen Schauspielleistungen und der zahllosen Klischees ist das hier jedoch nur unterer Durchschnitt.

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