Review

Eine Bande junger Auto-Freaks in einer Kleinstadt in Arizona terrorisiert seit einiger Zeit andere Jugendliche, wobei sie es besonders auf deren Autos abgesehen haben. Nach einem aufgezwungenen Autorennen, das sie mit unfairen Mitteln stets gewinnen, kassieren sie die fremden Wagen, die sie dann in der eigenen Werkstatt zu Muscle-cars pimpen oder anderweitig verwerten. Eines ihrer Opfer, das sie sogar ermordet hatten, kehrt eines Tages auf wundersame Weise zurück und schlägt die Bande mit ihren eigenen Waffen: diverse Autorennen, die der Zurückgekehrte mithilfe seines futuristischen Hightec-cars stets gewinnt. Interceptor - hört sich reichlich trashig an und ist es auch: jede Menge schräger Typen, dummer Sprüche und hübscher Mädels auf sonnigen highways in Arizona, dazu der passende 80er-Jahre-Sound aus Glam Metal bis Power Rock...

Nick Cassavetes in der Rolle des Gangleaders Packard Walsh hat es neben Autos vor allem auf die in einer Frittenbude arbeitende Keri (Sherilyn Fenn) abgesehen, er betrachtet sie als sein Eigentum und wacht eifersüchtig über jede ihrer Bewegungen, obwohl sie ihn nicht liebt. Sein Gegenspieler ist der seinerzeit ebenfalls noch jugendliche Charlie Sheen in einer Doppelrolle als Reinkarnation des Ermordeten einmal als Turbo-Killerpilot und einmal als harmloser Mopedfahrer Jake. Packards Bande besteht aus einer handvoll absoluter Vollidioten, die bewußt überzeichnet dargestellt sind und deren schwachsinniges Treiben für viele Lacher sorgt. Als es die ersten Toten gibt, schaltet sich Sheriff Loomis (Randy Quaid) ein, der trotz markiger Sprüche weder die Bande noch den geheimnisvollen Killer-fahrer stoppen kann.

Interceptor wandelt also auf den Spuren eines Revenge-movies, doch wenn Täter und Opfer schließlich ihre Rollen wechseln, überwiegen die trashigen Momente. Am besten aus der Gang gefiel mir der "Statistiker" und "Rennleiter" bei den illegalen Rennen, Rughead (Clint Howard) mit seiner Steckdosen-Frisur auf dem Eierkopf mit Pferdegebiß. Nicht minder lachhaft ist das Duo, welches Keri überwachen soll: ein Punk, der sich mit Hydraulik-Flüssigkeit aufputscht (running gag: "Das haut echt rein das Zeug") und ein Angsthase, der sich in die Hosen macht wenn er mit einem Gewehr schiessen soll. Dieser komische Haufen, der im krassen Gegensatz zum kühl beobachtenden Anführer Packard nichts auf die Reihe bekommt, wird natürlich einer nach dem anderen niedergemacht und am Ende gewinnt der Zurückgekehrte und verschwindet mit der süßen Keri.

Der Film, der seinerzeit sicher nicht als thrash konzipiert war, nimmt sich durchaus ernst, was ihm allerdings nicht immer gelingt - zuviele Logiklöcher sind enthalten, die nie erklärt oder auch nur hinterfragt werden: bei den Rennen zischt der schwarze Bolide immer davon, steht dann quer zur Fahrbahn und ein Gangmitglied (nach dem anderen - Lernen ist nicht ihr Ding)  crasht hinein und löst sich in einer riesigen Rauchsäule auf - während sich der schwarze Turbo kurz danach "rematerialisiert", ohne einen Kratzer abbekommen zu haben. Auch taucht der maskierte Fahrer einmal in der Werkstatt der Gang auf und zerlegt dieselbe mit einem futuristischen Gewehr, die Typen aber läßt er am Leben (wieso?). Woher seine geisterhaften Kräfte kommen, wieso er sich plötzlich in Luft auflösen kann, warum die Gang-opfer keine Augen mehr haben nach den Unfällen oder was die stets funkelnden Beinschienen in den rauchenden Trümmern zu bedeuten haben, all dies und noch viel mehr bleibt rätselhaft. Aber das stört nicht, denn Interceptor sollte man mit ausgeschaltetem Verstand schauen und die vielen 80er-Jahre-Attribute einfach nur genießen, statt sie zu analysieren... 3 Punkte für den Film an sich + 9 Trash-Punkte macht 6 Punkte gesamt.

Details
Ähnliche Filme