Review

Brenners letztes Abenteuer…?

Der abgeranzte Ex-Detektiv Brenner ist kurz vor der (ihm aufgrund fehlender Beschäftigungsjahre eh nicht zustehenden) Rente zurück in seinem Heimatdorf und Elternhaus - das ähnlich verwahrlost daherkommt wie er selbst. Er versucht irgendwie an ein Minimum Geld zu kommen und will seine alte Pistole verkaufen - die eine brisante Vergangenheit hat und ihn in alte Bedrängnis bringt…

Einmal tot, immer in Not

Brenner war immer düster, dreckig und druff. Immer ziemlich am Ende und abseits der Norm. Aber hier bei „Das ewige Leben“ wirkt er wirklich wie kurz vor'm Exitus. Die Rente ist dahin, alte Freunde sind eher Feinde, angestaubte Geheimnisse werden tödlich, selbst Selbstmord geht schief, auch Frauen können hier nichts mehr bewegen bei ihm. Ganz ist die Leichtigkeit geschweige denn die Schnodderschnauze nicht weg - aber über allem liegt hier eine gewisse Tragik, Traurigkeit, Trägheit, Melancholie, ein graues Gefühl von Ende und Tod, dass der Film einen schon etwas runterzieht. Gerade wenn man die Spontanität und gewisse Naivität der Reihe bisher am besten fand. Außerdem fehlen hier Berti (dessen Schauspieler da bereits in die erfolgreichste deutsche Kino-Krimi-Reihe wechselte) plus visuelle Kniffe und Ideen - selbst wenn der Film erst wenige Jahre alt ist und somit das beste Bild, die beste Schärfe der Reihe besitzt. Andererseits bleibt Josef Hader legendär gut in der Rolle, mit Tobias Moretti hat er seinen bisher kongenialsten Gegenspieler, diese extreme Abgehalftertheit passt zu den Figuren und Österreich allgemein, eigentlich fast ein Abgesang. Bei „Das ewige Leben“ fällt mir aber am ehesten auf, dass diese Krimis nur selten volle zwei Stunden gehen sollten und durchaus eine Spur flotter sein könnten. Dennoch ist dieser keinen F gebende Ösi-Thriller überdurchschnittlich makaber, gallig und echt. Plus: es gibt starke Rückblicke in die Zeit des jungen Brenners, die man so auch noch nicht gesehen hat. 

Komm, süßer Tod - 7,5/10

Silentium - 8/10

Der Knochenmann - 7,5/10

Das ewige Leben - 7/10

Fazit: die schwächste Brenner-Verfilmung - ist für Fans des kauzigen Ex-Kommissars noch immer sehr sehenswert! 

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