Rezension zu KNOCK KNOCK
Und ewig lockt das Weib... Bereits Eva hat im Paradies Adam bezirzt und das Unheil nahm seinen Lauf. Wie kann man es da Evan (Keanu Reeves) verdenken, wenn gleich zwei bezaubernde Evas (Lorenza Izzo, Ana De Armas) eines Abends an seiner Tür klingeln und tropfnass bis auf die durchscheinende Haut um eine helfende Hand bitten. Ohne Hintergedanken ist man natürlich ganz Gentleman und gewährt Obhut, nichts ahnend, welches Unheil sich damit anbahnt. Wie zum Verführen geboren, ziehen die zwei geheimnisvollen Grazien alle Register, um mit ihrem Gastgeber ein perfides Spiel aus Lust und Schmerz zu beginnen. Zu spät merkt Evan, dass er längst in einem Netz gefangen ist, wo es von Minute zu Minute immer gefährlicher und schmerzhafter für ihn wird.
Nach seinem kompromisslosen Auftritt als John Wick Anfang diesen Jahres, bekleidet Keanu Reeves in KNOCK KNOCK untypischerweise die Rolle eines gewöhnlichen Familienvaters, der sich plötzlich in einer Situation wiederfindet, mit der keiner rechnet. Ihm gegenüber agieren die äußerst treffend besetzten Todesengel Lorenza Izzo und Ana De Armas, die ein intensives Feuerwerk als Femmes Fatales abbrennen. Gespannt folgt man der Geschichte, um zu erfahren, welche Entwicklung das Ganze noch nehmen wird. Immer wieder für eine Überraschung sorgt dabei die ausgeprägte Wandlungsfähigkeit der zwei Sirenen, die, zwischen unschuldigem Schulmädchen und diabolischer Furie wechselnd, eine faszinierende Darstellungskraft besitzen. Keanau Reeves als Opfer bleibt hingegen etwas blass zurück.
Eli Roth nimmt sich in Bezug auf seine Filmografie diesmal sehr zurück. In KNOCK KNOCK werden keine Körperteile abgetrennt oder blutige Wunden geschlagen. Stattdessen offenbart er uns zielstrebig die Wirrungen menschlicher Psyche mit all deren dunklen Korridoren. Dafür hat er mit Ana De Armas und Lorenza Izzo zwei talentierte junge Frauen gefunden, die den Film vor allem tragen, was nicht zuletzt der chamäleonartigen Interpretation ihrer Rollen zu verdanken ist.
So hat Eli Roth mit KNOCK KNOCK einen erotischen Psychothriller geschaffen, der einen Vergleich mit "Basic Instinct" oder "Misery" nicht zu scheuen braucht und 100 fesselnde und faszinierende Minuten bietet. Bis zum Schluss war es für mich ein Genuss, dem bösen Katz-und-Maus-Spiel beizuwohnen, das Ana De Armas und Lorenza Izzo auf der Leinwand zelebrieren.