Eine filmische Offenbarung ist es leider nicht geworden, was Marcel Walz mit dem Abschluss seiner Trilogie um Grete Müller abliefert. Wieder wackelige Handkamera, wieder viele unnötige Szenen und wieder mangelt es hüben wie drüben an spannenden Einlagen.
Vor einem Jahr verschwand Lindas Schwester Ivana spurlos im Wald, seither sucht sie diesen mit ihrem Freund Tom regelmäßig nach Hinweisen ab. Kurz vor Halloween entschließt sich das Paar, die nächtliche Umgebung per Kamera festzuhalten, wobei man schließlich auf die Katakomben einer ehemaligen Fabrik stößt...
Eigentlich müsste Walz es nach seiner recht arbeitsreichen Schaffensphase bereits besser drauf haben, doch die Figureneinführungen der Hauptakteure könnten kaum oberflächlicher ausfallen. Das Handkameratreiben setzt am 24. Oktober ein und beschäftigt sich mit Nichtigkeiten wie Tanken, der Besorgung eines Hexenbrettes oder einem Telefonat, bevor es erst am 29. Oktober in den Wald geht. Nichts, was die eigentliche Handlung ins Rollen bringt, aber auch nichts, was die Protagonisten anders als langweilig und austauschbar erscheinen lässt.
Hinzu kommt die anstrengende Optik, die so aussieht, als hielte ein Hobbyfilmer erstmals eine Handkamera in den Fuchteln. Gewackel hier und dort, unnötiger Zoom, ruckartige Schwenks und nicht nachvollziehbare Drehungen des Aufnahmegerätes belasten auf Dauer mächtig. Auch als das Paar im nächtlichen Wald filmt und der Nachtsichtmodus betätigt wird, sind kaum spannende Einlagen bis auf eine Teufelsfratze und Blutspuren an Baumstümpfen auszumachen. Erst als es in die unterirdischen Gänge der einstigen Weizenfabrik geht, stellen sich leicht atmosphärische Momente ein.
Eine Querverbindung zu "La Petit Mort" (ebenfalls von Walz) verpufft jedoch ohne sonderliche Pointe und auch wenn zweimal die Machete geschwungen wird, erhalten Splatterfans eben auch nicht mehr als diese beiden Gewalteinlagen. Immerhin wird noch ein kleiner Epilog bemüht, welcher die mysteriösen Vorkommnisse um die Titelgebende veranschaulicht, doch vom Hocker reißen die finalen Enthüllungen kaum mehr.
Somit liefert die Found-Footage-Trilogie eine kollektive Enttäuschung, da sie nichts beisteuert, was die Geschichte um Blair Witch nicht bereits effektiver erzählt hätte. Schwache Mimen, ein zuweilen klägliches Bemühen um Authentizität und die allgemeine Ideenlosigkeit komplettieren diesen Eindruck. Bleibt zu hoffen, dass Walz in seinen noch jungen Jahren nicht bereits sein komplettes Pulver verschossen hat...
3 von 10