"Heidewichska, Herr Kapitän!" möchte man als Zuschauer glatt schon nach dem ersten Filmdrittel dieses Schauermärs singen, dass Andrea Bianchi 1979 aus den Untiefen jenseits seines Intimäquators hervorgezaubert hat: "Malabimba - Komm und mach's mit mir" ist ein Schmierfilm besonderer Güteklasse, in dem dämonischer Schabernack auf nackte Haut trifft und eine italienische Adelsfamilie in Mitleidenschaft reißt. Auch, wenn der Horror mit einigen von Geisterhand dahinfetzenden Kleidungsstücken und einer handvoll besessener Tiraden eher sparsam in das Werk einfließt hat der Film eine wohlige Gruselatmosphäre, die ihre Kraft vor allem aus den Kulissen und der Kameraarbeit zieht. Aber eines nach dem anderen:
Die Familie Karoli ist vom Pech verfolgt: Während Patriarch Andrea mit Klauen, Zähnen und nicht vorhandenem Geld um den Erhalt des Familienschlosses kämpfen muss und immer noch am Tod seiner Frau Daniela knabbert ist sein bettlägriger Bruder Adolfo dem intriganten Treiben seiner geldgeilen Ehegattin schutzlos ausgeliefert, zudem verfällt Töchterchen Vanja zunehmen in depressive Zustände ob ihrer Isolation auf dem Familienanwesen. Zu allem Überfluss stattet eine unliebsame Vorfahrin der Familie - die berüchtigte Lucretia Borgia - der Sippe nach Jahrhunderten der Abwesenheit bei einer verpatzten Seance einen unerwünschten Anstandsbesuch ab und droht gar finsteres an.
Nunmehr im Schoße der pubertierenden Vanja reinkarniert kocht der weibliche Sexteufel mit den wallenden Körpersäften der jungen Dame sein ganz eigenes Süppchen aus Exhibitionismus, Voyeurismus, Onanie und jeder Menge durch das Gemäuer gebrüllten Obszönitäten. Die Erbin des maroden Clans spannt begierig den anderen Hausbewohnern nach, dabei stets mit dem Blick eines paarungswilligen Rottweilermännchens gen Kamera starrend, um im Anschluss dann den praktischen Biologieunterricht im bizarren Selbststudium über die Bühne zu bringen. Als ihre nächtlichen Umtriebe der Familie zu bunt werden liegt es in der Hand der Nonne Sofia, Vanjas Hauslehrerrin, ihrem Schützling jene Flausen auszutreiben, die schon längst nicht mehr mit deren Seelenheil vereinbar sind.
Onanie, Stofftiermissbrauch, ein tödlicher Blowjob, letztendlich die Vergewaltigung einer Nonne: Vanjas Treiben könnte durchaus einen hervorragenden christlichen Propagandafilm zu den tückischen Freuden der Onanie abgeben. Davon ab, dass man als anständiger Christ hier abfaulende Finger, haarige Handknöchel und Spontanerblindung als Symptome vermisst ist der Film dann aber doch zu freizügig, um ein abschreckendes Beispiel für Jungkatholiken abzugeben. Spätestens, wenn Nonne Sofia ihre frühvergichteten Griffel nur mit großer Anstrengung dem eigenen Schritt entreißen kann ist klar, was hier geschossen wird und, dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt, vor denen auch eine eiskalte Weihwasserdusche nur bedingt schützt. Immerhin spendiert Regisseur Bianchi seiner leidenden Protagonistin einige nüchterne Momente zwischen ihren Besessenheitsschüben, um wahlweise tief Luft zu holen oder verstört rumzuflennen, bevor das nächste Kuscheltier missbraucht oder Onanie am Jugendstilspiegel betrieben wird. Im fiesesten dieser Zusammenbrüche wird dem schwerbehinderten Adolfo von Vanja unter den anklagenden Blicken eines ausgestopften Falken mal eben das Hirn rausgeblasen, wobei dieser Schlüsselmoment der Verkommenheit auch gleich den letzten Akt dieser Hormontragödie einleitet.
Jaja, diese Kreuzung aus "Der Exorzist" und jedem Porno der Siebziger hat vielleicht nur eine einzige Agenda - Sex ans Horrorpublikum zu verkaufen - aber ehrlicherweise ist der Film dabei immerhin noch unterhaltsam genug, um nicht im d'amato'schen "Porno Holocaust" - Niveau zu ertrinken, davon, dass er den weit größeren Sexappeal hat mal ganz zu schweigen. Freunde von 70's Sleaze werden hier fündig, der Rest sollte sich aber vorher fragen, wie viel Sex sie in ihrem Italotrash vertragen.