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In vielerlei Hinsicht scheint Los Angeles das Zentrum der Erde zu sein, - zumindest wenn man Katastrophenfilme jüngeren Datums betrachtet, allen voran natürlich "San Andreas".
Doch was auf den ersten Blick wie eine Koproduktion von Asylum und SyFy anmutet, entpuppt sich als Werk der Schmiede Cinetel-Films, was qualitativ jedoch kaum einen Unterschied macht.

Eigentlich ist Calvin nach LA gekommen, um seiner Freundin Ashley einen Heiratsantrag zu machen, doch einige Erdbeben machen das Unterfangen zunichte. Nachdem er eine ganze Weile ohnmächtig war, trifft er auf den Soldaten Grisham, welcher nach Überlebenden und geflohenen Knastinsassen sucht. Bevor sich das Duo zu Ashley vorkämpfen kann, wird sie von den Häftlingen als Geiseln genommen...

Klischeebedingt könnte noch "ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt..." hinzugefügt werden, doch das erübrigt sich bei Katastrophenfilmen dieser Art von vornherein, da die komplette Handlung auf ein Zeitlimit für die agierenden Helden festgelegt ist, bevor mal wieder Bomber die Stadt plätten. Eine Vorstellung benötigen unsere Überlebenskämpfer übrigens nicht, zumal sogleich klar ist, mit welchen Bandagen gekämpft wird: Grisham fightet, Ashley appelliert an den Überlebenswillen, während Calvin ziellos durch die Straßen rennt, was zuweilen ein wenig ungelenk und schwerfällig aussieht. Nicht, dass der Typ unsportlich wirkt, nur Laufen ist nicht seins.

Derweil hat der Erdkern einen weg, weshalb sich rund um die Erde Beben größeren Ausmaßes ereignen, was aus Kostengründen nicht visualisiert wird. Das Geschehen konzentriert sich auf brennende Hochhäuser, was noch ganz okay aussieht, Risse in Wänden und Straßen (geht auch noch), Feuer-Lava über den Hollywood-Hills (nette Einstellung) und kleine Feuerquellen in der Erde (was zu arg nach CGI riecht). Insgesamt gehen die Effekte für das geringe Budget in Ordnung, sogar echte Hubschrauber sind kurzfristig im Einsatz.

Auf Dauer geraten die Erderschütterungen jedoch zum Beiwerk, da sich alles um die Konfrontation zwischen Gangstern und Militär dreht, während die Helden an einer Falle basteln. Zwar wird das flotte Tempo bereits nach weniger als fünf Minuten Laufzeit erreicht und von da ab kaum mehr heruntergefahren, doch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse kratzt spürbar an der Spannungskurve.

Es ist schlichtes TV-Niveau für wenig anspruchsvolle Gemüter, welche ein Faible für billige Genreware mitbringen sollten, so dass die 83 Minuten Spielzeit einigermaßen unterhaltsam erscheinen. Ein Effektfeuerwerk ist ergo nicht zu erwarten, die Mimen performen auf Sparflamme und selbst Auflockerungen oder gar Humoreinschübe sind nicht auszumachen.
Trashfreunde erhalten einen konventionellen Streifen mit größtenteils passablen Effekten, ordentlichem Tempo und einigen herrlich hanebüchenen Momenten, was für Nebenher keine schlechte Wahl darstellt.
5,5 von 10

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