Runde fünf für Itto Ogami. Diesmal treten die Actionszenen arg in den Hintergrund, es wird mehr wert auf Story und Gespräche gelegt.
Itto Ogami erhält einen neuen Auftrag, doch diesmal wird er erst getestet, bevor Ogami weiß, worum es überhaupt geht. Der Kuroda-Clan beauftragt Ogami, doch dieser muss sich erst mit fünf Gegner messen, von denen jeder 100 Goldstücke hat. Erst wenn Ogami alle besiegt hat, hat er seine gewohnten 500 Goldstücke erhalten und alle Informationen, die er braucht, um seinen Auftrag zu erfüllen.
Fürst Kuroda wagt es, die Tochter seiner Zweitfrau als „männlicher“ Nachfolger auf den Thron zu heben, seinen eigenen Sohn lässt er einsperren. Dies beweist nur ein altes Dokument, welches nun in der Hand des Mönches Jikei ist. Der sympathisiert wieder mit dem berüchtigten Yagyu-Clan und soll wieder einmal Retsudo übergeben werden, eben der Mann, der Ogamis Frau töten ließ. Ogami soll Jikei töten, doch dabei bleibt es nicht. Ogami bekommt ein weiteres Angebot, was den kompletten Kuroda-Clan ins Unglück stürzen wird. Er soll den Fürsten nebst Gattin und Tochter töten...
Wer hofft, auf ähnliche Art und Weise ein Actionfeuerwerk wie in Teil vier zu sehen, der irrt.
Im vorletzten Okami-Teil geht es es mal primär um eine Story, die verstrickter nicht sein könnte. Auch wenn der Begin leicht komisch wirkt, die fünf Gegner Okamis haben ihm nichts, aber auch gar nichts entgegenzusetzen. Zumindest diese Phase hätte man ein wenig actionreicher erstellen können.
Danach sollte man aber hellwach sein, um zu verstehen, um was es hier eigentlich geht. Denn Ogamis Auftrag ändert sich irgendwann so stark, dass das Ende dann auch wieder die Freunde der Actionkunst erfreut. Gegen Ende geht es dann wirklich knüppelhart zur Sache. Ist ein Mann wie Ogami, ein Vater, überhaupt in der Lage, ein unschuldiges Kind zu töten? Man wird es sehen.
Aufgrund der Story hat man sich wie gesagt mit den Actionszenen zurückgehalten, hätte wohl auch nicht gepasst, sonst hätte man den Film gleich noch eine halbe Stunde länger machen müssen. Auch die Erotik kommt diesmal gar nicht zum Zuge, nicht mal ein leichter Ansatz ist zu erkennen. Kurz gesagt, Teil fünf ist genau das Gegenteil von Teil vier. Gab es dort eine Unmenge an Kämpfen. Blut, weibliche Brüste etc., so wird hier konsequent auf dies verzichtet, um die interessante Story weiterzuführen. Wer Ogami nur wegen der Blutszenen schaut, wird hier sicherlich enttäuscht sein und nacheiner halben Stunde genervt ausschalten. Wer jedoch in eine etwas tiefgründigere Story abtauchen will, ist hier genau richtig. Zwar hatte Teil 4 auch eine recht interessante Story, doch blieb diese wegen der Effekte mehr an der Oberfläche. Hier wird Ogami gezwungen, seine seelischen Grenzen auszutesten, denn auch sein Sohn Daigoro muss leiden. Und halt dann besagter Auftrag, ein Kind zu töten.
Fazit: Die Ogami-Reihe geht hier einen neuen Weg, doch wer die ersten vier Teile verfolgt hat, kann es sich gar nicht leisten, nur Aufgrund der wenigen Actionszenen diesen Teil zu überspringen oder gar die Serie frühzeitig zu beenden. Es tut einer Serie gut, wenn sie sich auch mal von einer komplett anderen Seite zeigt, dies tut Teil fünf. Dann sehen wir uns zum hoffentlich gelungenen Abschluss der Okami-Serie.