Der letzte, sechste Teil der Okami-Reihe, bringt zwar wieder einige neuen Ideen mit; dies hilft aber nicht, dass man zum Ende hin sehr enttäuscht ist. Wer gar nichts wissen will, sollte nicht weiterlesen.
Nun geht es Schlag auf Schlag. Der Yagyu-Clan setzt nun alle Hebel in Bewegung, Ogami Itto zu töten. Und Lord Retsudo hat sich was ganz besonderes einfallen lassen. Er schickt seine Tochter Kaori in den Kampf gegen Itto, später holt er noch seinen Sohn Hyouei, den er mit einer anderen Frau zeugte, dazu. Dieser lebte in den Wäldern und hat sich ebenfalls eine Armee aufgezogen. Drei Kämpfer erinnern gar an Untote, da sie vorher 42 Tage lang lebendig begraben waren, und nun unheimliche Fähigkeiten haben. Ogami Itto steht vor seiner schwersten Schlacht.
Im letzten Teil der Okami-Serie, bleibt für Ogami gar keine Zeit mehr, irgendeinen Job anzunehmen. Okami hat nur damit zu tun, sich gegen den Yagyu-Clan zu wehren, der mit allen Geschützen aufwartet, die man sich vorstellen kann. Auch wenn es ein wenig unrealistisch erscheint, woher Lord Retsudo plötzlich alle seine Kinder herholt, es wird spannend. Seine Tochter Kaori ist eine Meisterin der Messer, sein Stiefsohn fast eine Art Voodoo-Priester. In diesem sechsten Teil findet man schon fast Ansätze zum Horrorfilm ,wenn drei Kämpfer Hyouei nach 42 Tagen aus den Bodensteigen und auch scheinbar keine Mühe haben, sich durch den Erdboden zu bewegen, als wäre es Wasser. Hinzu kommen phantastische Schneelandschaften, in denen Ogami Itto das rote Nass verteilen darf. Warum also bin ich verärgert?
Gut, eigentlich ärgert mich nur das Ende, dies aber maßlos. Alle erhofften sich wohl ein finales Duell, Ogami gegen Retsudo, Mann gegen Mann, es kann nur einen Gewinner geben? Und bekommen wir dieses Duell, nein! Lord Retsudo flieht feige, nachdem Ogamis seine komplette Armee auseinander genommen hat, aber immer noch einen Spruch auf den Lippen, dass dieser Ogami bald töten wird. Das war’s. Kein Duell, kein Finales Ende, Okami sechs endet wie die anderen fünf zuvor, und man wäre gewillt, eine siebte DVD einzulegen, nur stellt man dann fest, diese gibt es ja gar nicht. So bleibt ein offenes Ende, was einen dann doch ärgert und dieser Reihe nicht den Abschluss bringt, die diese verdient hätte.
Hinzu kommt, dass es hier auch skifahrende Samurais gibt und Itto seinen Kinderwagen, der mittlerweile als Allzweckwaffe dient, doch öfter benutzt, als uns lieb seien kann. Mit seinem Kinderwagen-Maschinengewehr metzelt Itto alles nieder; ein wenig langweilig, und scheinbar hat er auch Patronen ohne Ende. Aber wie gesagt, am meisten nervt einfach nur das offene Ende. Wer den Kampf zwischen Lord Retsudo und Okami in Teil vier gesehen hat, hat sicherlich einiges erwartet, und wird bitter enttäuscht.
Fazit: Der sechste Teil ist natürlich sehr gut, keine Frage, gibt es hier doch neue, interessante Elemente, gute Kämpfe im Schnee, der Ansatz zu untoten Kämpfern, doch das Ende enttäuscht vollkommen und sorgt dafür, dass die Okami-Reihe keinen würdigen Abschluss findet. Hätte man hier ein Duell stattfinden lassen, so wäre dies die Krönung auf eine hervorragende, gar sensationelle Reihe übriggeblieben. So entsteht ein übler Nachgeschmack. Trotzdem muss ich sagen, diese Serie ist das Beste, was ich in letzter Zeit gesehen habe.