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iHaveCNit: Fast & Furious 7 (2015)

Beim Release von Teil 6 wurde bereits davon gesprochen, die geplanten Fortsetzungen im einjährigen Rhythmus zu veröffentlichen. Die Dreharbeiten zum Teil 7 waren bereits voll im Gange bis zum 30.11.2013. Der Tag, der den weiteren Verlauf der Filmreihe entscheidend beeinflussen wird. Paul Walker verunglückt tödlich bei einem Autounfall mit erhöhter Geschwindigkeit. Seine Brüder sprangen ein, um als Bodydoubles noch die verbleibenden Szenen drehen zu können. Der Tod Walkers selbst ist für den Film Fluch und Segen zugleich. Man hat den Verlust verkraften müssen – von einem tollen Menschen, der jedoch schauspielerisch kaum zu den Schwergewichten gezählt hat, der dieser Reihe jedoch neben Vin Diesel das Gesicht verpasst hat. Und der Abschied von ihm hat die bisher meisten Zuschauer ins Kino gezogen um den Teil zum finanziell erfolgreichsten der Reihe zu machen und das Momentum für die Weiterführung der Reihe zu schaffen. Ob man nun den Tod Walkers als Instrument genutzt hat, den Film erfolgreich zu vermarkten oder ob die Personen aus freien Stücken ins Kino gegangen sind, um den Film zu sehen, genau diese Frage ist zwar in gewisser Art und Weise kontrovers und berechtigt, aber im Hinblick auf den Tod Walkers etwas pietät- und respektlos. Nur wenige Schauspieler erhalten eine solche emotionale Würdigung am Ende eines Films nach ihrem Tod.

Der Film selbst wird von James Wan, dem Saw-erprobten Regisseur inszeniert und schließt direkt an die Ereignisse von Teil 6 und Teil 3 an. Jason Statham ist endlich als Antagonist mit an Bord, in weiteren Nebenrollen sind Kurt Russell, Djimon Honsou, Nathalie Emmanuel und auch Tony Jaa und Ronda Rousey zu sehen.

Deckard Shaw sinnt nach den Verletzungen seines Bruders auf Rache, der abtrünnige,nahezu unsichtbare Top-Agent macht Jagd auf die Gruppe um Toretto. Diese nehmen ihrerseits die Spur des Agenten auf und bekommen unverhofft von Mr. Nobody, einem Geheimdienstler die notwendigen Hilfsmittel an die Hand. Sie sollen einen Hacker namens Ramsey und dessen entwickelte Überwachungssoftware „Das Auge Gottes“ sicherstellen, um Deckard Shaw aufzuspüren.

Der Film ist unendlich chaotisch, unausgewogen, zusammenhangslos und driftet neben der „Over-The-Top“-Action in testosterongeschwängerten Hochglanz-Action-Trash in wundervoll gefilmten Locations ab. Die Szenen mit der Action, der Exposition, der Charakterentwicklung wirken extrem zusammengewürfelt, um überhaupt einen roten Faden und Sinn zu ergeben. Die Inszenierung der Action entspricht dem typischen Problem von Inszenierungen von Actionfilmen heutzutage. Hauptsache so unübersichtlich gefilmt und schnell geschnitten, um den Zuschauer manipulativ davon zu überzeugen, was für eine krasse Action da gerade abgeht. Berücksichtigt man den Erfolg des Films, muss man den „Unterhaltungsanspruch“ in Frage stellen, auch wenn es sich immer noch um einen „Anspruch“ handelt. „Die Action war ganz cool, wenn man denn etwas davon mitbekommen hätte !“ kann ich hier als Fazit nennen. Ob der Film hier plotmäßig eine Aneinanderreihung von MacGuffins wie der im selben Zeitraum veröffentlichte „Avengers: Age of Ultron“ notwendig gehabt hat, ist natürlich auch fraglich. Tony Jaa und Ronda Rousey werden verschenkt und dürfen nur ein kleinen Szenen etwas von ihrem typischen Moveset einbauen. Jason Statham spielt seine klassische grimmige Prügler-Rolle routiniert runter. Kurt Russell hat seine coolen Momente, der gewohnte Rest des Casts macht auch seine gewohnte Arbeit. Mit diesem Film ist leider kein guter Beitrag der Reihe hinzugefügt worden und er ordnet sich eher in den unteren Regionen der Reihe ein.

„Fast & Furious 7“ - My Second Look – 6/10 Punkte.

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