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Just im selben Jahr (1968), in dem Mario Bava´s genialer "Danger: Diabolik" das Licht der Leinwand erblickte, warfen die Italiener eine weitere Comic-Adaption auf den Markt: "Satanik" handelt von der sexy Wissenschaftlerin Margie Bannister, die leider unter einem überhöhten Alterungsprozess leidet. Um nicht rumzulaufen wie ein entstellter Zombie, sucht sie nach einem Verjüngungsserum und ist dabei auch bereit, über Leichen zu gehen...

Schon in den Comics stand die Hauptprotagonistin für sexuelle Freizügigkeit und Emanzipation - und auch im Film setzt Hauptdarstellerin und Ex-Model Magda Konopka vor allem ihre Reize ein, um ans Ziel zu gelangen. Während die Heftchen in den 60ern gut bei jungen Leuten ankamen, ist die cineastische Umsetzung leider nicht immer geglückt. So ist "Satanik" in erster Linie ein typisch italienisches Agenten-Movie seiner Zeit, das mit einpaar SciFi-/Horrorelementen angereichert wurde. Während der Auftakt noch recht vielversprechend ist (die missgestaltete Satanik killt im Labor einen Professor und verwandelt sich daraufhin in die leckere Magda Konopka), verliert sich die Story im Laufe der Zeit zunehmenden in belangloses Geplänkel: ein bisschen Polizeiarbeit hier, ein wenig Techtelmechtel da - alles sehr stylish gefilmt, aber nie richtig spannend.

So war es wohl das Hauptanliegen von Regisseur Piero Vivarelli seinen schnieken Star vor möglichst noblen Kulissen oder in wirklich atemberaubenden Kostümen zu präsentieren, was leider nicht selten auf Kosten von Unterhaltungswert oder Spannung geht. Die Story an sich ist leider ziemlich dünn gesäät, bietet kaum genügend Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm. In den guten Momenten liefert sich Satanik einen Catfight mit einer anderen Dame, killt als Zombie ihren Liebhaber oder macht im knappen ninjaesquen Kostüm ein Musikrevue zur Striptease-Nummer. Der Rest ist leider eine einzige Seifenoper.

Fazit: Mäßige Comic-Verfilmung mit einer hübschen Hauptdarstellerin, einpaar wenigen guten Comic-Parts, coolem Styling und viel gepflegter Langeweile. Weil der Gesamteindruck - zumindest für Trash-Fans - dann doch nicht so schlecht ist: 6 von 10 Punkten.

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