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"Wie habt ihr vor sie zu besiegen?" ... "Gemeinsam."

Die letzten Überbleibsel der Schurkenorganisation Hydra fallen, nachdem Iron Man (Robert Downey jr.), Hulk (Mark Ruffalo), Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) in eine osteuropäischen Festung einfallen und das Zepter von Loki sicherstellen. Dabei entdeckt Iron Man fortgeschrittene Technologien, die er für sein Ultron Projekt verwenden möchte, welches die Avengers obsolet machen soll. Die Erschaffung des weltweiten Abwehrsystems geht jedoch nach hinten los, denn Ultron sieht die Menschheit selbst und insbesondere deren Superhelden als Bedrohung an. Mit den Zwillingen Pietro (Aaron Taylor-Johnson) und Wanda (Elizabeth Olsen) an seiner Seite, die ebenfalls außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen, startet er einen Angriff gegen die Erde und sät Zwietracht unter den Helden.

"Avengers: Age of Ultron" leitet allmählich das Ende der sogenannten zweiten Phase des Marvel Cinematic Universe ein. In dieser haben die Figuren Iron Man, Thor sowie Captain America jeweils ansehliche Fortsetzungen bekommen, die ihre Vorgänger übertrafen.
Bei der Fortsetzung zu "Marvel's The Avengers" sieht es ähnlich aus. Ganz dem Motto größer, lauter und actionreicher entbrennt hier ein Feuerwerk, dass es definitiv in sich hat.

Der Einstieg erfolgt fulminant. Mitten hinein in eine Actionsequenz wirft "Avengers: Age of Ultron" das Publikum ohne großen Erklärungszwang. Die Hintergründe dessen, was hier zu Beginn passiert wird nur denjenigen klar, die die direkten Vorgängerfilme gesehen haben oder sich mit Serienablegern beschäftigen. Die Comicverfilmung bedient sich auch weiterhin bereits vergangenen Ereignissen oder baut auf noch kommende auf. Ein unerfahrenes Publikum wird mit der ohnehin überladenen Geschichte und ihren zahlreichen Figuren also hoffnungslos überfordert sein.

Die vielfältige Figurenauswahl mit ihren bekannten Eigenarten steht im Mittelpunkt. Es ist nicht nur so, dass hier jeder eine Sympathiefigur finden wird. Die Verwebung der Figuren, ihr Miteinander und Gegeneinander sind ein wichtiger Aspekt für die solide Handlung. So entstehen Spannungen zwischen ihnen, die das Tempo steigern.
Erstmals erhalten auch die Figuren etwas mehr Inhalt, die bislang vergebens auf eine Verfilmung warten mussten oder in den nächsten Jahren keine weitere erhalten. Der Fokus auf Black Widow, Hulk, Hawkeye und Iron Man tut dem Film sichtbar gut, denn gerade dieses Beziehungsgeflecht sowie Iron Man's typische Sprüche lockern die brachiale Inszenierung spürbar auf.

Die sensationelle Action enthält zwar nur wenige Überraschungen, dafür sieht sie ungemein gut aus. Die Trickkiste geht bis ins kleinste Detail und lässt die digitalen Bilder dennoch organisch wirken. Dabei bleibt die angewandte Gewalt stets comichaft und die Helden sind eher selten einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt. Dazu gesellt sich ein Humor, der sich mit trockenen Kommentaren oder Slapstick gut für ein Massenpublikum einbindet.

Bekannte Gesichter hat "Avengers: Age of Ultron" zur Genüge. Robert Downey jr. ("Sherlock Holmes"-Reihe), Chris Hemsworth ("Snow White and the Huntsman"), Mark Ruffalo ("Die Unfassbaren - Now You See Me"), Chris Evans ("Snowpiercer"), Scarlett Johansson ("Her"), Jeremy Renner ("Hänsel und Gretel: Hexenjäger"), Don Cheadle ("Flight"), James Spader ("Stargate"), Aaron Taylor-Johnson ("Kick-Ass"-Reihe), Elizabeth Olsen ("Godzilla"), Samuel L. Jackson ("RoboCop"), Anthony Mackie ("Real Steel"), Thomas Kretschmann ("King Kong"), Idris Elba ("Pacific Rim"), Andy Serkis ("Planet der Affen: Revolution") sowie Stellan Skarsgård ("Fluch der Karibik"-Reihe) agieren passend und sind schnell eingespielt.

Dank krachender Action, spektakulären Effekten, einer knappen aber sinnvollen Figurenzeichnung sowie vielfältiger Charaktere vergeht die überlange Laufzeit von "Avengers: Age of Ultron" wie im Fluge. Verwackelte Bilder sind eher selten. Stattdessen nutzt die Comicverfilmung einige Zeitlupenaufnahmen um für eine ordentliche Übersicht zu sorgen. Logik darf man hier selbstverständlich nicht erwarten. Nichtkenner sind dringend gebeten zuvor den direkten Vorgänger und "The Return of the First Avenger" zu sichtigen.

9 / 10

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