Review
von andeh
Ich hätte nicht gedacht, dass ein alter Horror-Streifen wie DAS VERSTECK [La residencia] (1969) mich nochmal so sehr in Angst und Schrecken versetzen würde. Man ist ja sonst schon fast regelrecht abgestumpft. Das Regisseur NARCISO IBANEZ SERRADOR weiß wie man seinem Publikum kalte Schauer den Rücken laufen lässt, zeigt er nicht zuletzt mit seinem Referenzwerk WHO CAN KILL A CHILD? [¿Quién puede matar a un niño?] aus dem Jahre 1976. Schön das der Film auch sonst so gut wegkommt, auch wenn viele sicherlich nur die deutsche Videokassette gesehen haben, welche diesem Cinemascope-Kleinod durch Vollbild-Zoom den gar ausmachen dürfte. Der ausländische DVD-Markt hat jedoch nachgeholfen und der Film erstrahlt mittlerweile in voller Pracht.
Hervorragend ist auch die Besetzung, wir sehen LILLI PALMER als Direktorin Fourneau des Mädcheninternats, welche ihrer Rolle fast schon einen Hauch ILSA verleiht. In weiteren Rollen sind eine ganze Reihe von bezaubernden jungen Damen zu sehen, nicht zuletzt CRISTINA GALBO [Invasion der Zombies, Das Geheimnis der grünen Stecknadel] und MARY MAUDE, letztere mit einer unfassbar diabolischen Aura, großartig!
Kurz zur Story: In einem Mädcheninternat, das unter der strengen Führung von Direktorin Fourneau eher einem Mädchenknast gleicht, kommt es zu einer Reihe mysteriöser Ereignisse. Auch der Neuankömmling Theresa (Cristina Galbo) kann sich der Machtspiele unter den Mädchen nur schwerlich entziehen. Es verschwinden immer wieder Schülerinnen und für Theresa wird die Luft schnell sehr dünn.
Wie bereits zu Anfang erwähnt hat dieser wirklich außergewöhnliche spanische Horror-Film einige sehr furchteinflößende Passagen, die gespickt mit einigen wenigen Giallo-Momenten das Fanherz höher schlagen lassen. Es sind nicht zuletzt die schaurigen Kulissen (Ramiro Gómez) und die Kameraführung (Manuel Berenguer) die einen großen Teil zur pessimistischen Grundstimmung des Filmes beitragen. Unterstützung findet das Ganze auch durch die Musik von Waldo de los Ríos [Matalo].
Fazit: Im spanischen Kino vergangener Tage gibt es immer noch einiges (neu) zu entdecken!