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Gut möglich, dass Dario Argento sich von diesem Setting für SUSPIRIA inspirieren ließ: 

Madame Fourneau (Lili Palmer!) führt ihr Internat für schwer erziehbare Mädchen mit harter Hand – da gibt’s auch schon mal Einzelhaft und Peitschenhiebe. Neuankömmling Teresa lernt schnell, welche Hierarchien und Regeln es zu beachten gibt und welche – zumeist sexuellen – Freiräume sich die Mädchen nehmen. 

Da gibt es eine Liebschaft zwischen einem der Mädchen und Madame Fourneaus Sohn, zu dem die Mutter eine etwas merkwürdige Beziehung pflegt, regelmäßige amouröse Treffen in der Scheune, Spanner in den Duschen…und letztlich immer wieder Mädchen, die auf mysteriöse Weise verschwinden. 

Der spanische Euro-Thriller lässt sowohl Gothic Horror- als auch Giallo-Einflüsse erkennen und bewegt sich haarscharf am Rand der Exploitation, ist aber doch zu zurückhaltend, zu kunstvoll gefilmt, montiert und ausgestattet, um wirklich trashig zu wirken, sogar eine Lesart als Franco-Metapher bietet sich an. 

Der psychologische Horror ist insbesondere heutzutage härter als die explizite Gewalt. Das Ende des Films ist denn auch überraschend schockierend, weniger aufgrund des Gezeigten sondern mehr aufgrund des Geschehenen. 

Regisseur Serrador, in Spanien vor allem bekannt durch die Serie TALES TO KEEP YOU AWAKE, drehte nicht viel fürs Kino, aber auch sein zweites Werk WHO CAN KILL A CHILD gilt – wie LA RESIDENCIA – als kleiner Genreklassiker.

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