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Als Kind war man von so einem Film noch uneingeschränkt begeistert: ein tatsächliches stattgefundenes Ereignis, mysteriöse Vorkommnisse, ein möglicher Fluch, vom Voice Over erzählte sonderbare Ereignisse – das war mal was ganz Anderes als pure Fiktion, die ja so einfach zu entlarven ist.

Leider funktioniert das 20 Jahre später nicht mal halb so gut – Philip Leacock kommt nämlich aus seinen eingetragenen TV-Pantoffeln nicht raus und so interessant die Begebenheit um die Entdeckung des Grabes von Tut Ench Amun auch waren, so bieder werden sie hier dargestellt, reiner Zierat, um den man ach so gefährliche Omen und Todesfälle gruppieren kann.
Also beißt eine Schlange einen Vorarbeiter, ein Junge erstickt in der Grube, der Finanzier Lord Carnavon stirbt an einem entzündeten Moskitostich und allgemein sind die Gräber vom Pech verfolgt.

Letzteres beruht aber dann wohl mehr auf einem an den Haaren herbei gezogenen Schatzgräberplot, den man so nebenbei entwickelt: ein fieser und auch nicht vor Mord zurückschreckender Exiläqypter hat nämlich dank eines Papyrus schon vor der Sargöffnung auf dem Plan, daß die Totenmaske enorm was reißen wird und will als Erstes dran, weswegen er die Ausgrabungen verzögert und beeinflußt.
Dazwischen werden Gesprächseinschübe gesprenkelt, die nun wirklich überflüssiger nicht sein könnten: Howard Carter und seine Beinahe-nein-doch-nicht-Liebschaft mit Carnavons Tochter, Carter und eine beharrliche Journalistin, Carter und ein unheildräuendes Medium. Es wird munter drauflos getalkt, nur dient das kaum dem Plot, denn Archäologe Carter ist hier ein extrem sperriger und in sich gekehrter Typ, der vermutlich die Avancen nicht mal bemerkt hätte, wenn die Titten von den Pyramiden hängen würden.
Und daß Raymond „Ironside – Perry Mason“ Burr unter seinem Kopftuch und mit zentimeterdicker Schminke im Gesicht den Bad Guy Sebastian gibt, trägt auch maximal zur Heiterkeit bei.
Zwischendurch weckt uns der Erzähler zwar immer wieder durch mysteriöse Ereignisse auf, aber wer sich einen Hauch mit Ausgrabungen rund um das Thema beschäftigt hat (und sei es nur Wikipedia), weiß sowieso, daß die Entdeckung und langsame Freilegung des Grabs ungemein prickelnder waren.
Daß hier diversen Beteiligten kurz vor dem Tod oder in den Träumen dann ständig irgendwelche altägyptischen Statuen und Vasen vor der Nase rumtanzen, ist leider nur noch lächerlich.

Alles in allem ein herzhaft aufgerüschter Schmarrn für Kinder und alte Damen, aber sonst doch eher aus dem Lande „Das hab ich mir dazu noch ausgedacht!“. (4/10)

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