Review

Stalker ist kein Sci-Fi Film. Es ist ein Kunst Sci- Fi Drama. Das bedeutet: Es wird viel geredet, Schnitte tauchen nur alle 5 Minuten auf und Special Effekte gibt es sowieso nicht.

Ich liebe Tarkovsky. Ich habe all diese schnell geschnittenen Filme satt, die uns seit 20 Jahren überfluten. Ich will ruhige und lange Kameraeinstellungen, in denen Schauspieler überzeugen durch ihre Fähigkeit. Ich will keine Schnitte, die ihre Unfähigkeiten verstecken.

Natürlich hatte Tarkovsky damals kein Geld, um Special Effekte zu produzieren. Aber auch mit Geld hätte er sie nicht gemacht. Tarkovsky dreht Kunstfilme. Diese Art der Filme, in der man viel nachdenkt, schweigt und dann viel erzählt, was an das Theater erinnert. Wir brauchen heute mehr dieser Filme.

Stalker ist ein guter Film. Dass die Buchvorlage "Picknick am Wegesrand" anders ist und nicht viel mit dem Film zu tun hat, lässt sich verkraften. Stalker ist Philosophie bzw. Religion. Das Buch ist sehr interessant und sollte in dieser Art auch verfilmt werden, doch das ist ein anderes Projekt. Stalker als eigenständiger Film überzeugt auf fast ganzer Linie und kann nicht mit dem Buch verglichen werden.

In Stalker geht es um Religion. Stalker handelt vom Unglauben und wird so auch vielen Gläubigen gefallen. Ich als Atheist muss es akzeptieren, dass Tarkovsky nun mal ein gläubiger Mensch war und das in seinen Filmen behandelt hat. Es zerstört den Film nicht, ist aber ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Heute glauben nur noch die Amis an einen Gott (siehe Matrix Revolutions).

Leider gibt es keine deutsche DVD. Man muss sie in England kaufen und das ist nicht gerade billig. Der Film ist auf zwei DVDs, was mich nicht erfreut, aber ich kann das nicht ändern. Die Extras gehen unter, denn die Macher sind schon tot und haben deshalb nicht viel zu erzählen.

9 von 10 Punkten. Kunst halt!

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