Zonenverteidigung
„Stalker“ ist wohl Andrei Tarkowskys größter und berühmtester, wegweisendster und bedeutendster, ikonischster und hübschester Film - und wer diese Regielegende nur peripher kennt, weiß was das nur bedeuten kann: „Stalker“ ist einer der weisesten und besten Filme aller Zeiten. Und vollkommen zurecht im obersten Kanon aller Filmfans, Kinonerds, Kunstkritiker und Studenten von unser aller liebstem Hobbie. In diesem minimalistischen und doch mächtigen Sci-Fi-Masterpiece führt der titelgebende Stalker zwei weitere Männer in „die Zone“, einem rätselhaften Gebiet, geschaffen durch einen Meteoriten, Außerirdische oder noch größeren Mysterien, wo es einen Raum geben soll, an dem die tiefsten Wünsche wahr werden sollen…
Ein filmisches Nahtoderlebnis
Mächtig. Mysteriös. Bedrohlich. Ein Meisterwerk, das mehrfach gedreht wurde (!) und seinem Regisseur und etlichen Beteiligten der Legende nach Krebs und später den Tod auferlegt hat. „Stalker“ geht weit über das Medium Film hinaus und kann nur als eines der gewaltigsten Kunstwerke und heftigsten Unternehmungen der russischen Geschichte gelten. Die Kamera, die Bilder, die Farben. Alles trägt zu einer Atmosphäre bei, außerweltlich, andersartig, verneigenswert. Gesichter werden zu Landschaften, Landschaften werden zu Trugbildern, Wünsche werden zu Gefahr, Ambition wird zum Tod. „Stalker“ passt perfekt und thematisch zu „Solaris“, entwickelt jedoch noch mehr ein Gefühl von Ausweglosigkeit, einer omnipotenten Macht außerhalb unserer direkten Wahrnehmung. „Stalker“ macht uns und unsere Weltanschauung zum Spielball. Das macht Angst und Neugier zugleich. Außer Kubricks „2001“ hatte der Westen auf diesem übermenschlichen Niveau nie etwas dagegen zu halten. Ein Manifest Tarkovskys. Sein Vermächtnis, traurig und tadellos zugleich. Mutanten, Menschen, Macht. Flucht, Furcht, Fantasie. Die Thesen, Poesie, Philosophie und Psychologie sind reichhaltig und laden jahrzehntelang ein. „Stalker“ lässt sich schwer beschreiben und muss gefühlt werden - aber auf eigene Gefahr!
Fazit: Enigma, Labyrinth, Innerstes, Weisheit, Sci-Fi, Menschlichkeit - „Stalker“ hat alles und mehr, wird auf ewig studiert und kann kaum beschrieben werden. Ein Monolith in seinem Genre, seiner Kunst, seiner Spezies. Größer wird es in Sachen Film, Freiheit und Formvollendung nicht werden.