Review

Review zu Victoria (2015 Deutschland – Regie: Sebastian Schipper)

Worum geht es in Victoria ?

Victoria (gespielt von Laia Costa) ist eine junge Spanierin, die erst kurze Zeit in Berlin lebt und nach einer Nacht in einer Disco durch Zufall dem Berliner Jungen Sonne (gespielt von Frederick Lau) und dessen 3 Freunden Boxer, Blinker und Fuß begegnet. Boxer steht bei einem Gangster, der im früher im Knast geholfen hat, in der Kreide und muss einen Überfall auf eine Privatbank begehen. Da Fuß ausfällt, überredet Sonne Victoria als Fahrerin mitzuhelfen. Der Überfall glückt, doch danach droht alles zu zerbrechen – bishin zur noch jungen, auf extreme Art zusammengeschweißten Liebe zwischen Victoria und Sonne.

Was halte ich davon ?

Wem die ersten 5 Minuten in SPECTRE nicht genug waren und wer an Birdman seinen Spaß hatte, wird garantiert einen Gefallen an Victoria finden.

Victoria liefert eine knapp 2,5-stündige Plansequenz, bei der die Kamera den Beteiligten die ganze Zeit über auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Die Vorbereitungen dauerten 2 Monate, bis alles einstudiert war. Im Anschluss wurden 3 Takes gedreht, bei dem der 3. Take vom 27.4.15 – in der Zeit von 4:30 bis 7:00 den letztendlichen Film darstellt.

Ich mag deutsches Genrekino abseits von typischen Kinokomödien wie die von den Herren Schweiger, Schweighöfer und M´Barek und da kam Victoria mir gerade recht – Er ist seit 20.11.2015 fürs Heimkino zu haben. Victoria wurde mehrfach mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet (z.B. für Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Bester Hauptdarsteller, Kamera, Regie und Musik) und das in meinen Augen zurecht.

Die Kamera zeigt den Großteil der Handlung aus der Sicht von Victoria und Sonne, so dass die Tour de Force auch für den Zuschauer jederzeit spürbar ist. Die Emotionen, Improvisationen und das hin und wieder vorkommende Overacting sind auf den Punkt.

Der Film ist Liebesgeschichte, Heist-Thriller, Charakter- und Milieustudie in einem und somit für Fans des deutschen Genrekinos Pflicht. Anspruchsvoll wird er dadurch, dass die Spanierin Victoria während der Handlung (in der deutschen Originalfassung) englisch spricht und sich die Berliner Jungs mit ihrem gebrochenen englisch mit ihr unterhalten und diese Unterhaltungen untertitelt sind. Das kann für den Ungeübten auf Dauer sehr anstrengend sein.

Aber das sehe ich nicht als Kritikpunkt an, genau so wenig wie die teils verwackelte Kameraführung. Das ist alles bedingt durch das Gimmick des „One Take“ - auch teils langatmige Sequenzen, in denen minutenlang mal nichts passiert und sich nichts entwickelt.

Von mir gibt es eine wie schon bereits im Text angedeutete eingeschränkte Empfehlung. Er kriegt in meiner Jahres-Top10 keinen Platz innerhalb der Top10, sondern einen Sonderplatz.

Und es gibt von mir 9/10 Punkte

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