Eine intensive Nacht in Berlin, getragen von dem Gefühl von jugendlicher Unsterblichkeit und Verzweiflung, von Alkoholnebel und Drogenhigh, gedreht in einem Echtzeit-Take, mit improvisierten Dialogen und rauen, authentischen Performances: Auch wenn die Handlung extrem reduziert ist und das ganze Projekt wie ein einziger großer Stunt anmutet, ist VICTORIA in jeder Hinsicht gelungen – als leicht verrückt-nervige Lovestory, als fiebrig-spannender Thriller und als ausweglos-tragisches Drama. In dieser Reihenfolge.
Dabei vergisst man vollkommen, dass der Film komplett ohne Schnitt (im dritten Anlauf) realisiert wurde, man spürt allerdings jederzeit die Unmittelbarkeit des Geschehens und die Nähe zur großartigen Hauptdarstellerin, die die Kamera nie verlässt. Wenn es einem jedoch wieder bewusst wird, kann man die Arbeit des gesamten Teams nur bewundern, denn VICTORIA ist jede Künstlichkeit und Manieriertheit sonstiger Plansequenzen fremd, das hier ist einer der natürlichsten Filme seit langem.