Ähnlich wie „Paranormal Investigations“ ist die Reihe um „American Poltergeist“ nur ein Oberbegriff, um Filme mit vergleichbarer Thematik besser vermarkten zu können.
Doch nicht nur inhaltlich sind sich die Streifen ähnlich, auch qualitativ handelt es sich bislang um Werke minderer Güte.
Bei einer Kinopremiere kommt es zu einem Amoklauf durch einen Maskierten mit Clownsmaske, bei dem mehrere Menschen sterben. Ein Jahr später möchte Aurora, die Tochter des Kinobesitzers, das Lichtspielhaus wieder eröffnen, doch ihr und ihren Freunden erscheinen undurchsichtige, maskierte Gestalten. Handelt es sich um die Geister der getöteten oder spielt ihnen jemand einen bitterbösen Streich?...
Bitterböse ist zumindest der Hintergrund, auf dem die Handlung vage beruht. Bei einer Kinopremiere von „The Dark Knight Rises“ kam es im Sommer 2012 zu einem Amoklauf, welcher zwölf Menschen das Leben kostete. Die Hauptfigur der Handlung nach dem Ort des Verbrechens zu benennen ist schon reichlich geschmacklos und auch die Anspielungen auf den Joker hätte man zumindest ein wenig subtiler einbauen können.
Denn abgesehen vom tragischen Hintergrund bietet ein nahezu verwaistes Kino durchaus Potential für Gruselatmosphäre, was hier allerdings nahezu gänzlich ungenutzt bleibt.
Denn Regieneuling Christopher S. Lind ist die mangelnde Erfahrung in allen Belangen anzumerken, was bei seiner Kameraführung beginnt, sich über holprige Szenenübergänge fortsetzt und durch Dumpfbacken-Dialoge nahezu latent untermauert wird.
Diverse Gestalten mit Jokermaske sind teils effektiv positioniert, doch von spannenden Momenten ist das Geschehen meistens weit entfernt. Selbst kleine Gimmicks wie Zeitschleife und visualisierte Albträume schaffen kaum Abwechslung, während B-Stars wie Eric Roberts und Martin Kove jeweils nur die Aufgabe haben, ihren Text in die Kamera zu sprechen und zu keiner Zeit in Interaktion mit anderen Figuren treten.
Zwar wird gegen Ende noch ein kleiner Twist hinterher geschoben, doch der kaschiert nur leidlich das geballte Anfängerniveau. Glücklicherweise ist das Treiben bereits nach 71 Minuten beendet, denn je mehr Zeit vergeht, umso mehr Schwächen werden auf inhaltlicher und handwerklicher Ebene deutlich.
Bis auf einen Kehlenschnitt ein kaum blutiges Unterfangen, das wenig Spuk und viel Dilettantismus liefert.
2,5 von 10