Der angesehene Arzt Lewis Cutterman wurde gerade erst zum führenden Gehirn-Chirurgen des Landes ernannt, doch im Geheimen betreibt er zusammen mit seiner Ehefrau Rachel und den beiden gemeinsamen Kindern Nicole und Scott auch noch einen florierenden Organhandel, bei dem nervige Vertreter, die ungebeten an seiner Tür klingeln, als unfreiwillige Spender im heimischen Keller landen und nach und nach ausgeschlachtet werden. Die Polizisten, die in den besagten Vermisstenfällen ermitteln, finden allerdings keine brauchbaren Spuren, denn die Cuttermans sind zu allem Überfluss auch noch Kannibalen, die die Beweise ihrer Taten im Anschluss ganz einfach auffuttern! Für die Immobilienmaklerin Mindy und die anderen armen Schweine im Keller, die sich da nach und nach von ihren lebenswichtigen Organen und anderen Körperteilen verabschieden dürfen, sieht die Situation ergo nicht allzu rosig aus... "Solicitors" ist so ein schweres Wort, deshalb hat der hiesige Anbieter daraus in Hinsicht auf die anvisierte Klientel im deutschen Titel halt "Visitors" gemacht, um die durchschnittlich-doofen Gorebauern nicht zu überfordern. Wie rücksichtsvoll! Einen anderen Grund dafür kann ich mir nicht denken und es gibt sicherlich auch niemanden sonst, der sich für diese billig gemachte, splatterige Farce in Beinahe-Amateurfilm-Manier interessieren dürfte, zumal auch besetzungstechnisch mit Darstellern wie Beverly Randolph (der man dreißig Jahre nach "Verdammt, die Zombies kommen" 'nen besseren Streifen für ihr Comeback gegönnt hätte), Felissa Rose (auch Produzentin), Vernon Wells und dem unvermeidlichen Eric Roberts (der sicherlich auch in dem Home-Video von meiner nächsten Geburtstags-Party mitspielt, wenn die Kohle stimmt!) ja allenfalls die Genre-Crowd geködert wird. An 'nem guten Tag und mit zwei zugedrückten Augen kann man der Chose dann noch attestieren, in den ziemlich breitgewalzten Gore- und Folter-Einlagen (mit F/X der Marke "Leicht durchschaubar, aber endskrass!") ein wenig den Geist der alten Herschell Gordon Lewis-Classics zu atmen, doch ob das für einen nun positiv oder negativ zu Buche schlägt, muss jeder Zuschauer mit sich selbst ausmachen. Die flache Inszenierung trägt da aber sicherlich auch ihren Teil dazu bei, dass "No Visitors" einen gewissen "Charme" verprüht... und dass John Callas seit seinem 1988er-Werwolf-Streifen "Lone Wolf" keinen Film mehr gedreht hat, merkt man da doch überdeutlich, denn von einer irgendwie gearteten Regie-Leistung ist hier mal wirklich nichts zu spüren. Ach ja, schnell macht sich hier der Eindruck breit, dass das alles ob der allgemeinen Überzogenheit und des satirischen Touchs (oder was auch immer die Macher dafür gehalten haben) wohl als Komödie gemeint sein soll und auch die Outtakes und Versprecher im Abspann weisen trotz aller präsentierten Blutrünstigkeiten nochmal überdeutlich auf den Fun-Charakter des Streifens hin... pech nur, dass man irgendwie vergessen hat, hier auch ein paar gute Gags unterzubringen und "No Visitors" wirklich niemals auch nur im Ansatz komisch ist.
3/10