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Filmemacher Joe Hollow hat offenbar eine Strategie entwickelt, um Genrefreunde auf seine Werke neugierig zu machen: Er engagiert ein paar recht bekannte Gesichter, die in den 80ern und 90ern in populären Horrorstreifen mitwirkten und entwickelt eine Story drum herum.
Dieses Konzept geht hoffentlich nicht mehr lange auf, wenn sich herumspricht, wie dilettantisch Hollows Streifen letztlich ausfallen.

Ein Konzil von Okkultisten, Hexen und Dämonen wird einberufen, um Luzifers Ankunft auf Erden vorzubereiten, während eine vermeintliche Hexe versucht, eine offenbar auserwählte junge Frau auf eine Mission zu schicken...

Klingt inhaltlich bescheuert. Ist es auch. Direkt zu Beginn werden zig Figuren ohne jeglichen Hintergrund fragmentartig in die eigentlich nicht vorhandene Handlung eingebunden, - über Interessen oder Beweggründe erfährt man jedoch nichts.
Da versucht die Adoptivtochter eines recht menschlich aussehenden Ehepaares ein verloren gegangenes Amulett wieder zu finden, welches wiederum von einer Gothic Tussi am Strand gefunden wird. Eine Italienerin sucht einen bestimmten Priester, weiß jedoch gar nicht warum und dazwischen debattieren die Dämonen, wie man denn am ehesten Luzifer besänftigen könnte.

Die Chose mutet reichlich dialoglastig an, was in Anbetracht der vielen Laien keine Freude bereitet. Die karge Ausstattung und die wenigen miesen Effekte sind auch nicht der Rede wert und die zwei Gewalteinlagen in Form eines Messers im Kinn und eines Kehlenschnittes von hinten fallen ebenfalls harmlos aus. Bleiben also lediglich die Auftritte bekannter Mimen.

Den armen Angus Scrimm ("Das Böse") muss man mit seinen 88 Lenzen bereits im Rolli durch die Gegend schieben, Bill Moseley taugt ganz gut als Drogentyp, Linnea Quigley bleibt die Blamage als helfende Hexe erspart, während Damen mit kleinen und mittleren Erfolgen in den Achtzigern ungeniert blank ziehen, was, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt appetitlich aussieht. Tony Todd macht sich da schon wesentlich besser als Dämon Belial, obgleich die Performance deutlich an "Candyman" angelegt ist.

Der namhafte Cast rettet den filmischen Schrott natürlich auch nicht, denn bei dem fast pausenlosen Gelaber ohne wirkliche Bewegung oder gar Action kommt folgerichtig keine Spannung auf, atmosphärische Momente stellen sich rein gar nicht ein und bei der geballten Inkompetenz ist man froh, wenn das Debakel nach knapp 87 Minuten beendet ist.
Wir merken uns: Joe Hollow lockt mit bekannten Gesichtern, sichten sollte man seine drögen und ohne roten Faden erzählten Werke jedoch nicht.
2 von 10

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