Wenn es einen Film gibt, der dir mit einem fetten Grinsen Retro-Splatter-Nostalgie direkt in die Fresse ballert, dann ist es Turbo Kid. Auch wenn er storytechnisch in den 90ern angesiedelt ist – vom Gefühl her ist das hier ganz klar eine volle Ladung 80er-Charme. Von Synthwave über Mad Max-Endzeit-Ästhetik bis hin zu selbstgebauten Waffen und absurden Comic-Gewaltszenen – das ist ein Liebesbrief an eine Ära, aber mit eigenem Charakter.
Und obwohl das hier keine große Hollywood-Produktion ist, sieht der Film erstaunlich hochwertig aus. Da stimmt einfach alles:
Die Kostüme sind detailverliebt, daß Setdesign ist charmant-trashig, die Effekte (besonders der Splatter) sind übertrieben, aber handgemacht und stilvoll.
Zur Story:
Ja, die ist totaler Quatsch. Und das ist auch gut so. Turbo Kid nimmt sich null ernst, mixt Elemente aus Endzeit, Superhelden-Comics, 80er-Jugendfilmen und Samstagmorgen-Cartoons zusammen, und serviert dir das Ganze mit einem überdrehten Humor, der trotzdem nicht ins völlig Alberne abdriftet. Die Geschichte um den Waisenjungen, der auf seinem BMX durch die Ödnis brettert, ist so herrlich schräg, dass du irgendwann einfach nur noch dabei bist, grinsend den Kopf zu schütteln.
Schauspiel:
Absolut passend gecastet. Alle liefern ab – von der charmant-schrägen Apple über den coolen Frederic bis hin zum Bösewicht Zeus, gespielt von niemand Geringerem als Michael Ironside (ein echtes 80er-Kult-Gesicht). Jeder Charakter bringt genau den Ton mit, den so ein Film braucht.
Soundtrack:
Was soll man sagen – der Score ist ein absolutes Brett. Synthesizer vom Feinsten, perfekt abgestimmt auf die Stimmung des Films. Macht nicht nur nostalgisch, sondern geht auch richtig ins Ohr.
Fazit:
Turbo Kid ist das Paradebeispiel, wie man Retro-Kino richtig macht. Kein seelenloses Abspulen von 80s-Referenzen wie in manch anderem Retro-Hype-Film (Y2K lässt grüßen…), sondern ein Film mit Herz, Stil und echtem Spaßfaktor. Trash, der sich bewusst ist, was er ist – und genau deshalb funktioniert.
Für alle Fans von Retro, Splatter, Endzeit und Synthwave: ein Pflichtfilm. Und ja – die Vorfreude auf Turbo Kid 2 ist absolut real. Wenn der nur halb so viel Charme hat wie der erste Teil, wird das wieder ein Fest!