Lange Zeit vor dem Terminator greifen Maschinen die Menschen an, wobei die Tricktechnik hier noch in den Kinderschuhen steckte. Trotzdem ist „Westworld“ immer noch ein kleiner Meilenstein der Filmgeschichte.
Die Welt in ferner Zukunft. Der Vergnügungspark Delos öffnet seine Tore und bietet den Menschen etwas bis dahin nie für möglich gehaltene. In drei Welten, das römische Reich, das Mittelalter und der Wilde Westen können sich Besucher gegen menschliche Roboter austoben. Dabei scheint es keine Grenzen zu geben, alles wirkt nahezu echt. Peter Martin und John Blane zieht es in den wilden Westen nach Westworld. Beide sind begeistert, denn die Roboter sind so programmiert, dass der Mensch immer gewinnt, die Roboter ihnen nicht schaden können und selbst mit den Prostituierten können die Männer ins Bett. So siegen sie auch in Schießduellen gegen den Revolvermann (Yul Brynner).
Allmählich schleichen sich aber Fehler in dem Vergnügungspark ein. Die Roboter reagieren nicht mehr so, wie die Betreiber des Parks es wollen. So werden bald die ersten Gäste verletzt. Als der erste Gast getötet wird, bricht das totale Chaos in Delos aus und die Roboter sind nicht mehr zu kontrollieren. Auch der reparierte Revolvermann will nun Peter und John töten...
Bestsellerautor Michael Crichton schuf mit seinem Regiedebüt „Westworld“ einen düsteren Zukunftsfilm, der selbst heute nichts von seiner Faszination verloren hat und dabei sehr kurzweilig ist. Dabei nimmt sich Crichton gar keine Zeit, seine Geschichte groß einzuführen. Der Zuschauer ist direkt bei den beiden Protagonisten dabei, die sich auf ihre Tage in Westworld freuen. Nur anfangs gibt es ein paar kurze Fernsehinterviews mit einigen Besuchern, die in Freizeitpark Delos waren und natürlich hellauf begeistert waren.
Die große Stärke von „Westworld“ ist seine recht simple Story, die direkt in die vollen geht. Dank der menschlichen Roboter besteht hier zu keiner Zeit der Eindruck, dass irgendwas billig wirken würde, ganz im Gegenteil. Die Szenerie ist klasse gemacht und verleiht dem Film den nötigen Flair. Größte Stärke des Film ist aber ganz klar die Präsenz von Yul Brynner als Revolvermann. Wer den Film zum ersten mal sieht, merkt schon nach kurzer Zeit, dieser Roboter wird noch eine gewichtige Rolle spielen. Brynner ist wortkarg, lässt fast nur seine Mimik spielen und wirkt wie ein Mensch aus dem 19. Jahrhundert.
Richtig los geht es dann ab der Hälfte des Films. Zwar gibt Crichton nie eine Erklärung dafür ab, warum die Roboter plötzlich nicht mehr zu stoppen sind, aber Crichton hat schon immer gerne mit einer etwas düsteren Zukunft gespielt, wo der Mensch unterlegen ist. In „Jurassic Park“ glaubte der Mensch, die Natur überlisten zu können, in „Westworld“ wenden sich die Maschinen gegen ihre Schöpfer.
Natürlich bietet „Westworld“ eine Showdown, wie man es sich wünscht. Umso verwunderlicher sind doch die für 1973 recht harten Effekte, wenn Roboter oder Menschen erschossen werden. In Zeitlupe werden Körper blutig durchschossen, dass man hier schon fast glaubt, in einem John Woo Film zu sein. Auch dies ist Realismus, den Crichton zeigt.
Auch ist der Zuschauer mal dabei, wenn Roboter geöffnet werden und selbst diese Trick sind für das Alter des Film hervorragend gemacht. So unterhält „Westworld“ auf ganzer Ebene.
Fazit: Selbst nach über 30 Jahren ist Michael Crichtons „Westworld“ immer noch absolut sehenswert und mittlerweile schon ein kleiner Kultfilm. Allein Yul Brynners schauspielerische Leistung als Revolvermann ist absolut sehenswert und weil „Westworld“ direkt in die Vollen geht, ohne uns die Akteure langatmig vorzustellen (was bei dieser Geschichte auch absolut nicht nötig ist), wird der Film nie langweilig, ganz im Gegenteil. „Westworld“ ist ein Klassiker des Science-Fiction Film, der aus minimalen Mitteln und einer minimalen Story das maximale rausholt. Ein absolut sehenswerter Film.