Gekocht hab ich nix, aber schau wie ich da lieg...
...so könnte das Credo von „Planet der Monster“ sein, einem weiteren, wenn auch teilweise sehr ungewöhnlichen Auswuchs der Untersparte Dinosaurierfilm, die bis in die 80er nicht platt zu kriegen war. Inmitten der geistigen Ödnis, die diese Filme in den 70ern zunehmend umgab, konnten eigentlich nur gute Spezialeffekte einen Film vor dem Vergessen retten und so erinnern sich zumindest noch die Stammesältesten an James K.Sheas Film von 1978.
Fakt ist nämlich, daß obwohl wir es hier wieder mal mit einem komplett behämmerten Schnellschuß zu tun haben, die FX und Modellanimationen echte Leckerlis für Stop-Motion-Liebhaber aus dem Ray-Harryhausen-Gedenkclub sind.
Die Story ist da so simpel wie vergessenswert: ein Raumschiff wird energetisch überlastet und explodiert und die Besatzung (inclusive des arschigen Vizepräsis von irgendeiner Firma samt knackiger Angestellter) rettet sich mit einem Beiboot auf einen urwüchsigen Planeten. Nach erfolgter Wasserung, die man sich fugenbreit bei „Planet der Affen“ abgeguckt hat, sitzt man in der Ödnis des kalifornischen Kontinents fest und muß feststellen, daß reichlich Dinosaurier durch die Gegend latschen, die den Aufbau einer neuen Zivilisation zunehmend erschweren. Vor allem ein großer T-Rex macht verstärkt Ärger, so daß man sich was einfallen lassen muß...
Das klingt jetzt nicht nach viel – und ist es auch nicht, selbst bei nur 84 Minuten Laufzeit, die in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist, denn ein gutes Drittel des Films geht für sonnendurchglühte Latschereien durch Sümpfe und Felsenlandschaften samt bedrohlichem Synthi-Score drauf. Ein weiteres Drittel wäre dann für die standardisierten „Strandungsgespräche“ reserviert, die an Abgeschmacktheit und Hölzernheit kaum noch zu überbieten sind (was wohl auch daran liegt, daß wir es hier mit absoluten Gelegenheitsdarstellern zu tun haben).
Drehbuchgemäß machen unsere Buben und Maderln auch alles falsch, den Notrufsender vergißt man im Wrack, einen Laser läßt man in den Sumpf fallen und unser Vizepräsi ist doof genug, Sauriereier mit Hühnereiern zu verwechseln und endet an einem Saurierhorn (dankbarerweise bereits nach 40 Minuten).
Dann wird noch flott über defensives Verstecken oder offensives Saurierangreifen nachgedacht, wobei noch mehr Besatzungsmitglieder verknuspert werden, ehe der T-Rex freundlicherweise in einen aufgestellten Pfahl läuft (aua!). Am Ende sieht es auf dem Kreidezeitplateau auf wie bei den Waltons, nur mit Tierfellen...
Es schmerzt also alles bedenklich, sobald einer den Mund aufmacht, immerhin hat man nette Schnuckis gecastet, die dann vor dem Verfrühstücken auch im BH schwimmen gehen oder sowieso bauchfrei rumlaufen, da fällt der Konflikt zwischen dem defensiven Captain und dem rüden Jim (oder Big Jim, hihi!) gar nicht so recht auf.
Seine Punkte verdient sich der Film dann auch nur mittels seiner wirklich deluxen Stop-Motion-Animationen, die sorgfältig und vom Feinsten sind. Brontos, Triceratopse, Raubsaurier, T-Rex und einmal gegen Ende wird sogar der Rhedo aus „Panik in New York“ noch mal zum Einsatz gebracht, von einer ekligen Höhlenspinne mal abgesehen. Dank Altmeister Jim Danforth sind die Trickszenen und die Realdarsteller sauber und solide eingearbeitet und Jim Aupperle, Doug Beswick und Stephen Czerkas, allesamt inzwischen gestandene Tricktechniker mit langer Vergangenheit gaben hier nach Kräften ihr Besten und es ist sogar was draus geworden.
Insofern sollte man den Film wirklich nur unter dem Gesichtspunkt der Tricks ansehen, die auch wirklich Spaß machen, der Rest ist getrost überspulbar. Wer also seine Harryhausen-Sammlung ergänzen will, kann das hiermit tun, es gibt weitaus mieseren Schrott als diesen. (3/10)