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Es ist schon für sich erstaunlich, daß so ein simpler Film mit Stop-Motion-Dinosauriern auch noch Ende der 70er gedreht wurde. Planet der Monster entstand aus dem Zusammenschluß eines rudimentär der Filmwirtschaft unterzuordnenden Freundeskreises und insbesondere mit einem äußerst knappen Budget. Der körnige Look und die schnauzbärtigen Gesichter muten dann auch unfreiwillig einer Vollerotik-Produktion an, was die Macher jedoch schnell untergraben, indem die blickfängige Bikini-Blondine radikal von der Bildfläche verschwindet.
Der Ansatz ist so logisch wie einfach für ein Script, welches sich mit den begrenzten Möglichkeiten herumschlagen muß. Ähnlich Planet der Affen versinkt ein havariertes Raumschiff in einer unbestimmten Zukunft, welches die auf wenige Personen begrenzte Darstellerriege auf einen fremden Planeten bugsiert hat. In dieser Szene sieht man laut Audiokommentar übrigens eher einen Tribut an Die Bestie aus dem Weltraum, wie man sich überhaupt sehr auf Ray Harryhausen bezieht, was sich bei einen Stop-Motion-Film auch aufdrängt. Immerhin referenziert man in Planet der Monster später noch den Rhedosaurier aus Dinosaurier in New York.

Raumschiff Enterprise in nichts nachstehend kleidet sich die Crew aus Planet der Monster in einen zeitlos lächerlichen Uniformchic (Außerdem diente der Drehort Vasquez Rocks in der kalifornischen Wüste tatsächlich als Kulisse für manch Star Trek Folge.). Als immer mehr Ausrüstungsgegenstände flöten gehen, bleibt bald nicht viel mehr als die Laserbewaffnung aus umgerüsteten Bauschaumpistolen. Diese zeigen sich jedoch im Kampf gegen die Dinosaurier nahezu wirkungslos. Schnell wird klar, daß die eigentlichen Stars in der Effektabteilung sitzen. Hier liefert man für Liebhaber erstaunlich hohe, wenngleich schwankende Qualität. Obschon die Flüssigkeit der Bewegungen wechselhaft ausfällt, so ist man durchaus ins Detail bemüht an den Grenzen des Möglichen etwas zu bieten. Insbesondere achtet man auf mehrfache Artikulationen in einem Frame. Auch häufige Interaktionen zwischen den Figuren und Personen fallen gelungen, in einigen Fällen durchaus brutal aus.
Läßt man staksen und kraxeln einmal außen vor, tut sich die Crew schließlich durch einen Überlebenskampf hervor, der die wissenschaftlichen Errungenschaften in den Hintergrund kehren läßt. So wie die erdgleichen Bedingungen die Population des fremden Planeten in seinem aktuellen Stadium zum Hervorbringen prähistorischer Bestien bewegt hat, müssen sich die Menschen archaischer Methodik bedienen, um gegen die Dinosaurier anzukämpfen. So sehr sich die humanoiden Besucher jedoch in ihrer feinsten Art bemühen die Natur zu bezwingen, kann es keine Zweifel darüber geben, daß ohne Kontakt nach Außen, ohne Schiff und ohne Rettungstrupp nur eine eindimensionale Lösung für Planet der Monster übrig bleibt.

Es ist sicher schwer über die Befriedigung zu urteilen, die einem ein Film verschafft, welcher in seiner Kernfunktion durchaus erfolgreich verläuft. Planet der Monster ist ein perfekter Billigschinken für den Sonntagnachmittag, wenn man Filme sehen möchte, die in einem natürlich entspannten Fluß ablaufen und zwischen vollkommener Anspruchslosigkeit, plötzlich (jedenfalls in der englischen Fassung und sicher nicht immer freiwillig) die Sinnesleere ankitzelnden Punchlines und eben den liebevollen Dinoszenen wechselt.
Auch wenn manches den Umständen geschuldet ist und durchaus ernsthaft herüber gebracht wird, so merkt man doch, daß die grobe Marschrichtung von Herzen kommt. Es ist, als habe man einen Weg voller Fettnäpfchen eingeschlagen, jedoch diese nur durchschritten, wenn der Weg drumherum nicht zu bewältigen war. Ein redliches Unterfangen, der Planet der Monster zu einem der vielleicht professionellsten Dinosaurier-Fanfilme macht und in diesen Reihen dafür auch wertgeschätzt werden sollte.

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