Teil Nr. 2 der mächtigen und nicht minder prächtigen A BETTER TOMORROW – Reihe (und so ganz nebenbei erwähnt der besten Heroic Bloodshed- Reihe aller Zeiten) ist alles, nur nicht ein pausenfüllender Mittelteil zwischen dem legendären ersten und dem storylastigem dritten Teil. Ganz im Gegenteil: A BETTER TOMORROW II ist mit Abstand der beste Teil der Trilogie. Aber zunächst einmal zur Story: Ho (Ti Lung) kommt wider Erwarten aus dem Gefängnis frei, um an einer Undercover- Aktion der Polizei mithelfen zu können. An seiner Seite: Bruder Kit (Leslie Cheung), der sich inzwischen zu einem erfolgreichen Officer hochgearbeitet hat. Ziel der Ermittlungen sind die dunklen Geschäfte des Reeders „Onkel“ Lung (Dean Shek in seiner absolut besten Rolle), Ziel von Kit wird zunächst allerdings seine hübsch anzuschauende Tochter...und das, obwohl hochschwangere Frau zu Hause...!? War zum Glück nur alles Trick, was besagte Tochter nur allzu schnell erkennt. Unterdessen wird auf Onkel Lung ein Anschlag verübt, was Ho, der sich mit dem Alten inzwischen gut angefreundet hat, dazu veranlaßt, ihn nach New York zu verfrachten, wo der Zwillingsbruder der ermordeten Mark, Ken (naturally Chow Yun Fat) ein Restaurant betreibt. Jedoch wird auch bald danach die Tochter Lungs ermordet; und die kaltblütige „Hinrichtung“ eines Bekannten mitsamt dessen kleiner Tochter treibt den ohnehin schon ziemlich labil wirkenden Lung nunmehr vollständig in den Wahnsinn. Zeit für Ken, ihn aus der Irrenanstalt herauszuholen und mit intensivem Heiltraining zu beginnen (übrigens einige der tragisch- lustigsten Szenen, die ich JEMALS zu Gesicht bekam). Zwischenzeitlich in HK: Nunmehr stellt sich heraus, daß Onkel Lung’s Stellvertreter und bester Freund Drahtzieher der Verschwörung ist. Ho, der sich unter dessen Getreuen geschmuggelt hat, muß unter anderem mehrere Schüsse auf seinen Bruder abgeben, der ebenfalls verdeckt arbeiten wollte, dabei jedoch leider aufflog. Schwerverletzt überlebt Kit das Ganze, kann von seinem Bruder gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden. New York: Onkel Lung wird abermals Ziel eines Attentats, was allerdings von Ken (natürlich mit zwei Knarren auf einmal) verhindert werden. Als dieser allerdings ebenfalls in Bedrängnis gerät, erwacht Onkel Lung aus seinem Gleichmut und rastet aus (natürlich mit mächtigen Guns). Resultat: Ken und Lung kehren nach HK zurück, um dort die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Dabei kommt allerdings Kit, der sich auf eigene Faust in eine waghalsige Situation begibt, ums Leben. Glück für den Zuschauer; denn die Vergeltungsaktion, die nun folgt, gipfelt in dem größten (und blutigstem) Bodycount, der jemals in der Geschichte des Films zu sehen war. Was nun noch genauerer Aufführung bedarf: Eine riesige Villa mit Milliarden von Gegnern angefüllt wird von Ken, Ho, Onkel Lung und einem seiner alten Vertrauten sprichwörtlich auseinandergenommen. Während Ken mit Shotgun, Handgranaten und (zwei auf einmal) Pistolen wütet, benutzt Ho zum Schluß gar ein Katana (!!!!), was mit abstrusen Blutspritzereien verbunden ist. Und das spritzt wahrlich krass, andauernd fliegen Gebäudeteile in die Luft...und Onkel Lung ist trotz zahlloser Treffer im Brust- und Bauchbereich nicht kleinzukriegen, rastet natürlich auch mal wieder aus (immerhin steht er dem Mörder seiner Tochter gegenüber). Der absolute Höhepunkt des über 10 Minuten (!!!) dauernden Shootouts ist aber zweifellos das Duell zwischen Ken und dem absoluten Overkiller besagten Fettwanstes: Stundenlang schießen die beiden aufeinander ein, das Ganze wird zudem von unglaublich krasser Coolness geprägt. Ich muß es noch einmal ganz klar zum Ausdruck bringen: Der finale Bodycount von A BETTER TOMORROW II stellt alles, ALLES in den Schatten, was es bisher an Vergleichbarem gibt...und das gilt für ALLE Bereiche des Films in ALLEN Teilen dieser Welt. Echt: Kein noch so splattriger B- Movie kann diese unglaublich Wucht vermitteln, die John Woo und Tsui Hark 1987 mit diesem Meisterwerk vermittelten. In seiner Härte mag A BETTER TOMORROW II zwar noch von diversen Bloodsheds (z. B. THE KILLER) getoppt werden, das unglaubliche Finale bleibt jedoch unerreicht. Ein absoluter Megadonnerkracher! Auch schauspielerisch bekommen wir Allerfeinstes geboten, wobei diesmal besonders Dean Shek in der Rolle des eigentlich permanent geistesgestörten Onkel Lung herausragt. Ganz klar ein absolutes Muß für jeden, der sich auch nur annähernd mit Action beschäftigt hat!