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Auf der Flucht vor seinem Bruder Tiberius, der seinen Schützling und Konsul Crassus’ Sohn Publius töten will, bleibt General Lucius nur die Flucht nach Osten. Als sie China erreichen, verirrt sich die römische Legion und trifft auf Huo An, den Kommandeur der Schutzeinheit für die westlichen Regionen der Seidenstraße. Lucius bleibt nichts anderes übrig als gegen Huo An zu kämpfen und erlangt so dessen Respekt und Hilfe. Als Tiberius die Herausgabe von Publius einfordert und mit der Auslöschung Chinas droht, stellen sich Huo An und Lucius gemeinsam gegen ihn. Um sein Land zu schützen versammelt Huo die Krieger 36 ethnischer Nationen in einer alles entscheidenden, spektakulären Schlacht!

Eigentlich verspricht das Cover ja das klassische Historiengemälde mit gewohnt schönen Bildern und epischen Schlachten, allerdings trifft dies alles hier nur bedingt zu. Bis zum Finale begnügt man sich mehr mit Demonstrationskämpfen und kleinen Scharmützeln und beschäftigt sich doch mehr mit der emotionellen Seite der fiktiven Geschichte, denn das sich das Imperium Romanum im westlichen China an der Seidenstraße rumgetrieben hat, dürfte in die Rubrik historische Fiktion fallen, zumal es selbst Alexander der Große nur bis nach Indien geschafft hat.
Relevant beim Clash der Kulturen ist da mehr das Motiv der Völkerverständigung. Erst bekämpft man sich ein wenig, dann respektiert man sich und am ist man dick Freund und nachdem Lucius geblendet always look on the bright Side of Life singt, wird Huo An sogar zum Anführer der römischen Legion ernannt. Das ist zwar ein durchaus ehrenhaftes Motiv, wird hier aber doch sehr stark durch schwarz/weiß Charaktere, Naivität und pathetische Reden mit dem chinesischen Jadehammer ins Zuschauerhirn geprügelt, das manchmal schon ein wenig schmerzt. Vor allem als der blinde Rotzlöffel angefangen hat sein Liedchen zu trällern, wäre ich am liebsten in den Bildschirm gejuckt, um dem Seicher die Stimmbänder rauszureißen.
Abseits der wenig subtil dargebrachten Botschaft, kann man aber auch die gewohnten Stärken ausspielen. Opulente Bauten und Kostüme sorgen für Futter fürs Auge. Vielleicht ist die etwa zwanzig Minuten kürzere internationale Fassung etwas anders aufgebaut (hab ich jetzt noch nicht ausgetestet), wer weiß. Richtig langweilig wird's in der zwei Stunden Fassung im Grunde auch gar nicht, nur das sich eben manche Dialogpassagen etwas überlang gestalten und so etwas zäh wirken.
Auch wenn ich keine Ahnung habe, was eigentlich die Dragon Blade genau ist, unter der dicken Kruste aus Melodramatik, Philanthropie und Patriotismus wartet eigentlich ein gute Film, man muß ihn eben nur freikratzen. Gute Fights (selbst Jackie, der mit 60 nunmal auch nicht mehr wie ein Flummi rumspringt), eine große Schlacht um die Multikulti Grenzfestung und beeindruckende Massenszenen machen schon Laune. Bin ich eigentlich der einzige der zudem lauthals applaudiert hat, als das blöde Gör Basejumping ohne Ausrüstung ausprobiert hat?
6/10

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