kurz angerissen*
Ein in der Gegenwart spielender, inhaltlich jedoch nichts beitragender Rahmen führt tief in die chinesische Vergangenheit der Han-Dynastie, um dort einen Satz unterschiedlicher Kulturen in einer Zeit des Krieges zusammentreffen und die Lektion des Friedens lernen zu lassen. Selbst im Funkeln der fabrprächtigen Rüstungen sucht der modern (und etwas schlampig) geschnittene Film noch einen zeitgemäßen Stil und verhält sich nicht zuletzt auch bei der Darstellerwahl marktorientiert: Das Zusammentreffen von West und Ost fußt nicht unbedingt auf kulturellen Beweggründen, sondern eher auf kommerziellen. Jackie Chan als nach wie vor zugkräftiger Star wird unterstützt von den ehemaligen A- und längst B-Mimen des amerikanischen Kinos, John Cusack und Adrien Brody.
Mit ihnen treten dann auch alle Regeln und Beschränkungen ein, die man bei einer derartigen Kooperation erwarten darf. Passiver Protest und die Formel „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ sind die wichtigsten Eckpfeiler dieses eigenwilligen Blickes auf eine Begegnung zwischen chinesischen und römischen Soldaten, die Persönliches in die Schlacht einbinden und auf imperiale Bedürfnisse umleiten, wobei moralische Grauzonen noch im ersten Drittel mit hohem Aufwand auf Schwarz und Weiß umverteilt werden.
In der Folge gibt es neben gut choreografierten Kampfsequenzen inklusive solider Kostümierung eine Menge fragwürdiger Ambitionen, die Botschaft in bildkräftiges Filmmaterial zu gießen. Dazu gehören seltsame Gesangseinlagen, Freundschaftsbekundungen und das mit Pathos versehene Aufschlagen kultureller Brücken. Klingt das aber noch nach Geschichtsunterricht zum Erleben für die ganze Familie, sind garstige Tötungsszenen längst nicht ausgeschlossen; sie dienen in teils unnötiger Drastik der Dämonisierung des von Adrien Brody gespielten Söldners, so als habe er als Schauspieler nicht selbst genug Einsatz gefunden, um seine Boshaftigkeit zu demonstrieren.
Könnte man „Dragon Blade“ auf seine Action zusammenkürzen, so sollte man es tun. Einen Blick kann man schon riskieren aufgrund des namhaften Cast, der hübschen Ausstattung und der gelungenen Kampfszenen, doch die Dialogzeilen dazwischen zerstören mehr Substanz als sie aufbauen.
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