Es war 1987 als ein gewisser Luke Goss am Schlagzeug saß, während sein Zwillingsbruder Matt „When will I be famous?“ sang. Als sich die Band „Bros“ auflöste, wurde Luke Musicaldarsteller, kurz darauf wechselte er zum Film. Seither dreht er rund drei bis vier Filme pro Jahr und vermochte einige schwache Filme durch sein Charisma aufzuwerten. Bei vorliegendem Streifen von Regisseur Christian Sesma eine nahezu unlösbare Aufgabe.
Conrad Miller (Goss) ist vom Militär desertiert und trägt wichtige Informationen mit politischer Tragweite mit sich. Nachdem er sich von seiner Freundin (Heather Roop) verabschiedete, stehen bereits ein russischer Agent und ein FBI-Mann (RZA) vor der Tür.
Doch die bleiben nicht die einzigen, die Miller dicht auf den Versen sind…
Leider gibt sich das Drehbuch erst gar nicht die Mühe, die geheimen Informationen in irgendeiner Form zu erläutern. Die kurze Ansicht eines USB-Sticks muss reichen, um die Tragweite zu erfassen, zumal ein klischeebeladener russischer Agent involviert ist. Stichworte wie Kalter Krieg fallen, das muss reichen.
Dass Miller indes ein Über-Soldat ist, untermauert er an einer Tankstelle, als ein Tunichtgut seine Freundin drangsaliert und dieses abrupt unterbunden wird.
Daraufhin gerät die Handlung jedoch dermaßen konstruiert, dass mehrfach Kopfschütteln angesagt ist. Es geht um Heroin, Menschenhandel und Korruption und in all dass schlittert Miller mehr zufällig, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Mit einem kleinen Augenzwinkern wäre das noch zu verschmerzen, doch der Stoff gibt sich durch die Bank komplett ernst.
Die wenigen Actioneinlagen reißen folgerichtig nicht mehr viel. Die Fights sind immerhin okay choreographiert und bringen eine rustikale Gangart mit sich. Neben Knochenbrüchen gibt es ein paar tiefe Wunden und blutige Einschüsse, mehr oder minder handgemacht.
Leider weiß der Score wenig damit anzufangen und dümpelt uninspiriert vor sich hin, während diverse Schauplätze wie ein kleiner Schrottplatz für minimale Abwechslung sorgen.
Letztlich performt Goss okay, sonderlich motiviert wirkt er dabei jedoch nicht und auch die übrigen, durchweg austauschbaren Mimen bewegen sich allenfalls auf Durchschnittsniveau.
Die holprige Erzählweise mit einigen hanebüchenen Abläufen in Sachen Timing und Wahrscheinlichkeit liefert zu wenig Spannung, zu selten Action und eine Geschichte, die in ihrer Oberflächlichkeit zu keiner Zeit mitreißen kann.
4 von 10