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„Ach du unheilige Sch…“; aber halt, bleiben wir fair: Ganz so schlimm war’s dann doch nicht. Beim 1988er US-Okkult-Horror „The Unholy“ von Regisseur Camilo Vila (wem?) handelt es sich augenscheinlich um eine “Direct-to-Video”-Produktion, die diesen Umstand zu keinem Zeitpunkt verbergen kann. In in künstlichen Farben ausgeleuchteter, steriler Optik und von einem ebenso künstlichen und sterilen, einschläfernden Synthie-Soundtrack untermalt, werden wir Zeuge, wie der uncharismatischste Darsteller in diesem Ensemble klischeehaftester Abziehbilder von Charakteren als Pfaffe gegen das Böse kämpfen muss. Dieses zeigt sich mal in Form einer barbusigen Frau und am Ende in lächerlichen Plastikmonstern, deren Erscheinen der Zuschauer aber als Zeichen werten darf, die bemüht auf Länge gebrachte, wenig nachvollziehbare Handlung endlich hinter sich gelassen zu haben, während der einem unser heldenhafter Gottesdiener so richtig schön egal ist. Um den Zuschauer bei der Stange zu halten, setzte man einen gewissen Erotikanteil, sprich: ob gerade passend oder nicht, hält immer mal wieder eine Dame ihre Titten in die Kamera. Anders kann ich mir auch diesen Unfug mit dem Sado-Maso-Club nicht erklären. Wären da nicht einige überraschend wirkungsvoll inszenierten Effekte und ein wenig durchschimmernder, von mir so geliebter 80er-Charme, würde „The Unholy“ endgültig in den Abgründen des leidlich unterhaltsamen B-Movie-Trashs landen. So aber erklimmt er in seinem Segment (Okkult-Horror-Rip-Off mit wenig Budget) gerade noch so und mit viel Wohlwollen von mir als 80er-Horror-Fan die Durchschnittsmarke. „Direct-to-Video“-Produktionen im Horrorbereich offenbaren immer mal wieder die eine oder andere Perle, „The Unholy“ gehört leider nicht dazu.

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