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Die klassischen Haunted House Geschichten scheinen bereits erzählt, viele Meilensteine wie "Bis das Blut gefriert", "Amityville" oder "Shining" wurden teils mehr als einmal einer Frischzellenkur unterzogen und so dachte sich Autor und Regisseur Nick Willing, eine ruhige Kugel aus sämtlichen Versatzstücken des Subgenres zu schieben. Das Ergebnis kommt schlichtweg altbacken und unspektakulär daher.

Zwecks Restaurierung eines viktorianischen Anwesens in Yorkshire zieht Meg Hamilton mit Mann Alec und ihren beiden Zöglingen in das Gebäude des verstorbenen Künstlers Radcliffe ein. Ortsansässige Handwerker gehen mit Vorbehalt an ihre Arbeit und schon bald entdeckt Alec einen nicht verzeichneten Raum mit einer alchemistischen Einfassung...

United Kingdom ist wahrlich ein Pflaster für mysteriöse Gebäude in düsteren Umgebungen und ein solches konnte Willing zumindest ausfindig machen, da die ehemalige Privatpension durchaus etwas Majestätisches mitbringt und durch die fahle Optik in bevorzugten Grautönen scheinbar einige düstere Geheimnisse ummantelt werden.
Setting okay, handwerklich orientiert man sich an den großen Vorbildern und arbeitet kameratechnisch solide, doch die Geschichte kommt eher wie ein wohldosiertes Schlafmittel daher.

Die Charaktere erfahren eine sehr oberflächliche Einführung und wirken wie Abziehbilder eines genretypischen Grundgerüsts, einschließlich zunehmend psychotisch agierenden Vaters.
Die Gruseleinlagen beschränken sich auf das Erscheinen eines weiblichen Geistes im weißen Nachthemd, rüttelnde Gegenstände und minimale Flashbacks, während die Historie des Hauses lediglich an drei, vier Eckdaten festgemacht wird, welche keine nähere Erläuterung erfahren. Man mag sich hier und da seinen Teil denken, sofern man noch nicht eingedöst ist.

Klemmende Türen, Tochter benötigt Asthma-Spray, ausbleibendes Handynetz und ein Geisterbeschwörer mit wenig Ahnung und dem obligatorischen Weihwasser im Gepäck verschaffen dem zähen Treiben kaum Abwechslung, zumal dieses aufgrund des Kopierens diverser bekannter Vorbilder komplett vorhersehbar abläuft. Das halbgare Ende mit ausbleibenden Pointen bezüglich kleiner Nebenhandlungsstränge zeugen final deutlich vom schwachen Skript.

Darstellerisch geht die Gesamtleistung der Mitwirkenden noch in Ordnung, der Score ist zumindest bemüht, klassischen Vorbildern nachzueifern und auch die an einer Hand abzählbaren Spezialeffekte schauen passabel aus.
Doch unterm Strich erhalten Freunde von Spukhausfilmen nichts weiter als aufgetaute Ware, die vor rund zwanzig Jahren im hintersten Fach des Genrekühlhauses vergessen wurde:
Klischeebeladen, unspektakulär und in jeglicher Hinsicht zu eintönig, um über die Laufzeit von 94 Minuten zu unterhalten.
Knapp
4 von 10

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