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Besonders im Filmbereich ist Quantität nicht gleich Qualität, was ein Gurkenfilmer wie Rene Perez in den letzten Jahren eindrucksvoll untermauert hat. Seine Affinität zu Märchen ist nicht zu übersehen, ein paar Horrorelemente sind zuweilen auch vorzufinden, doch wie fast immer herrscht vor allem Langeweile vor.

Cindy steht unter finanziellem Druck und erhält gerade rechtzeitig ein telefonisches Angebot, als Haussitterin anzufangen. Die zu hütende Luxusbude steht weit abgelegen von der Zivilisation mitten im Wald, in der es weder Telefon noch Internet gibt. Glücklich über ihre neue Lebenssituation ahnt die junge Frau noch nicht, dass ein Killer durch die Wälder streift, welcher von einem Operator auf Menschenjagd abgerichtet ist...

Perez schafft es erneut, Filmfreunde mit geringem Anspruch zur Verzweiflung zu treiben, denn bereits die ersten Szenen offenbaren einen amateurhaften Look, als sich ein Söldner und ein Cop im Wald prügeln. Die Choreographie ist lachhaft, die Nachvertonung etwaiger Schläge und Tritte ein Witz, während die Kamera gar nicht weiß, wo sie sich positionieren soll und der Schnitt entsprechend hakelig gesetzt ist.

Auf inhaltlicher Ebene wird natürlich nichts erklärt: Da gibt es einen Typen im Kontrollraum vorm Monitor mit Funkverbindung zum Killer und diversen Helfern im Wald, doch mit welchem Ziel immer neue Frauen zur Hütte gelockt werden, erschließt sich zu keiner Zeit.
Stattdessen wohnen wir eine halbe Ewigkeit Cindy bei, die sämtliche Klamotten ihrer Vorgängerin anprobiert, entrückt durch die Hütte tanzt und sich nicht über die blinkenden Überwachungskameras wundert. Sie merkt noch nicht einmal, dass sich der Maskierte bereits mit ihr in der Hütte befindet, obgleich der in seiner Montur wie ein drei Jahre alter Komposthaufen müffeln müsste.

So ereignet sich lange Zeit rein gar nichts und auch als ein verletzter Cop (der vom Intro) bei Cindy aufkreuzt, unterstreichen die plumpen Dialoge lediglich das lieblos dahin gerotzte Drehbuch. Erst zum Showdown kommt minimales Tempo auf, es gibt ein paar Schießereien, ein wenig Computerblut und ein angedeutetes Ende, denn bezeichnenderweise setzt der Abspann ein, ohne dass die Geschichte eine wirkliche Auflösung erhält.

Obgleich die geschnittene Fassung eine angeritzte Brust, Entnahme von Gedärmen und Anblick diverser Leichenteile ausklammert, ändern die knapp zwei Minuten nichts am miesen Gesamteindruck des C-Movies. Einzig die Maske des Killers sieht okay aus, doch wenn der keine spannenden Momente ins Spiel bringt, nützt die beste Verkleidung nichts.
Somit bleibt Perez seiner Linie treu, richtig üblen oder nur üblen Mist abzudrehen. Vorliegendes Werk zählt zu letzter Kategorie.
3 von 10

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