Dass in den 80ern Slasher hoch in Mode waren, ist kein Geheimnis. Zumindest im Titel kam bei dem einen oder anderen Vertreter auch der „Party-Charakter“ nicht zu kurz, siehe z.B. DIE HORROR-PARTY, TODESPARTY oder SLUMBER PARTY MASSACRE. Hier, also KILLER PARTY, ein weiteres Killerfilmchen, das mit Feierstimmung wirbt.
Es geht um ein Collage und drei verschreckte Hühner, die bei der angesagtesten Studentinnenverbindung „Kappa Gamma Schlampe“ (oder so) aufgenommen werden wollen. Die Anführerin der Verbindung züchtigt ihre Untergebenen mit dem Paddel und zwingt die Neuankömmlinge zu bizarren Aufnahmeprüfungen. Das ganze Collage fiebert den Feierlichkeiten zum 1. April entgegen (Wusste gar nicht, dass der in den USA so groß gefeiert wird…). Man spielt sich gegenseitig makabere Streiche und sich gegenseitig gefühlte 80-mal den eigenen Tod vor (Parallele zu APRIL FOOL'S DAY). Showdown ist dann eine große Hausparty im Halloween-Gewand, bei der sich alle verkleiden.
Upps, jetzt hab ich glatt vergessen den Killer zu erwähnen, der sich irgendwo auf dem Campus herumtreibt. Tja, das liegt vielleicht daran, dass ihn der Film auch relativ unerwähnt lässt, er erst sehr spät auf dem Spielplan erscheint und praktisch erst im Finale aktiv zu morden beginnt. Gähn! Die ersten 60 Minuten vor dem Morden versucht der Film den Zuschauer mit halbnackten Studentinnen im Whirlpool und beinahe Slapstick-artigem Klamauk bei Laune zu halten. Eine verrückte Professorin redet mit einem Grabstein. Vor 20 Jahren kam anscheinend irgendein Student bei einem schief gelaufenen Aprilscherz ums Leben.
Der Killer tritt dann, wenn man ihn irgendwann mal zu Gesicht bekommt, in verschiedenen Kostümen auf, wie man das aus MONSTER IM NACHT-EXPRESS kennt. Er tötet mit Dreizack, Elektroschock, Hammer und Stichwerkzeug. Die Kills sind nicht weiter erwähnenswert. Was dann aber doch einer Erwähnung bedarf, ist die Aufklärung über die Identität des Killers (ACHTUNG: SPOILER!): Hier mutiert der Film nämlich plötzlich vom Slasher zum Dämonenhorror. Der Killer ist ein Dämon – wahrscheinlich der Geist des bei dem Aprilscherz Getöteten – der eine Tussi in Besitz genommen hat. Hier wird’s richtig EXORZIST- und TANZ DER TEUFEL-mäßig. Die Tussi verdreht die Augen, grölt mit Dämonenstimme und wedelt mit ihrer Gene-Simmons-Zunge. Dass das nicht so wirklich ins Bild passt und an Dämlichkeit kaum zu überbieten ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen. Bleibt nur die Frage offen, warum sich der Dämon zunächst die Mühe machte, sich zum Morden in immer neue Kostüme zu zwängen (SPOILER ENDE).
KILLER PARTY besticht durch krasse Sinnlücken, 30-jährige Schauspieler, die Teenager verkörpern, ein paar hübsche Girls und wenig Blut. Der Streifen ist so lächerlich, dass er fast schon einer Komödie gleichkommt. Das Finale mit der Besessenen reißt einiges raus, kann den Film aber nicht vor der totalen Belanglosigkeit retten. Selbst durchwachsene Slasher wie BLUTWEIHE, SLEEPAWAY CAMP oder SLUMPER PARTY MASSACRE erstrahlen im Vergleich zu KILLER PARTY in ungeahntem Licht.
In einer Nebenrolle agiert der hauptberufliche Nebendarsteller Paul Bartel (CHOPPING MALL, EATING RAOUL, AMAZONEN AUF DEM MOND). Regie führte William Fruet (PARTY DES GRAUENS, INSECT). Zum Soundtrack steuert Laura Branigan ("Self Control") einen Hit bei. Auch der Schlager „Nananana-nanananana nana Baby Give It Up, Give It Up…” ist zu hören.
Gore: (+)(-)(-)(-)(-)
Thrill: (+)(-)(-)(-)(-)
DEMONI: (+)(+)(+)(-)(-)
"I Myself Prefer a Big Fat Cucumber." (Studentin)
Fazit:
Lauer Collage-Slasher und ziemlich mieser Aprilscherz. The Joke's On You...